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Sonntag, 1. Dezember 2019
avinews
Bruterfolg des Zwergschwans 2019: europaweite Erfassung des Jungvogelanteils am 14./15. Dezember

Am Wochenende 14./15. Dezember findet - wie schon in den vergangenen Jahren - eine europaweite Erfassung des Jungvogelanteils beim Zwergschwan statt. In den vergangenen Jahren konnten wir dank des gut etablierten Zählernetzwerkes jeweils eine große Stichprobe betragen. Wir hoffen, dass dies auch in diesem Jahr wieder gelingt: Aufgrund der bislang milden Witterung halten sich wieder viele Zwergschwäne bei uns auf (s. Karte).

Die Erfassung findet künftig immer zum Termin der Mittmonatszählung im Dezember statt. Die Kollegen auf europäischer Ebene sind damit unserem Wunsch nach einer Bündelung der Erfassungstermine nachgekommen, worüber wir uns sehr freuen.

Im Dezember 2018 ergab die bundesweite Erfassung des Jungvogelanteils beim Zwergschwan einen Anteil von 10,6 %. Nach dem sehr geringen Jungvogelanteil im Vorjahr (4,2 %) wurde damit ‒ bezogen auf die letzten Jahre ‒ wieder ein durchschnittlicher Bruterfolg erreicht. Auf Populationsebene lag der Jungvogelanteil bei 8,7 % in einer Stichprobe von rund 9.000 Vögeln.

Wie schon in den Vorjahren war der Jungvogelanteil 2018 in Deutschland (10,6 %) höher als unter den in Nordwesteuropa überwinternden Zwergschwänen insgesamt (8,7 %). Das ist bemerkenswert, denn Deutschland bildet derzeit die östliche Grenze des Kernüberwinterungsgebietes. Hier ist es durchschnittlich kälter als in den Niederlanden oder England. Erwarten würde man eher, dass Altvögel mit Jungen diese in die milderen Überwinterungsgebiete weiter westlich führen. Allerdings gab es Dezember 2018 bemerkenswerte Unterschiede innerhalb Deutschlands, die diese Annahme unterstützen: Während in Schleswig-Holstein 8,6 % Jungvögel ermittelt wurden (n = 1.178), waren es in Niedersachsen 11,8 % (n = 1.930).

Für 104 Familien konnte die Anzahl an Jungvögeln ermittelt werden. Die meisten erfolgreichen Altvögel hatten einen oder zwei Jungvögel „im Schlepptau“. Im Gegensatz zum Vorjahr konnten auch Familien mit vier Jungen am Zählwochenende beobachtet werden. Die durchschnittliche Jungenanzahl je Familie lag bei 1,8 Jungvögeln (2016: 2,2 Juv./Fam.).

Ganz herzlichen Dank allen, die mit ihren Meldungen zu diesen großen Stichproben aus Deutschland beigetragen haben!

Neben dem Jungvogelanteil wäre es wünschenswert, wenn – wie für viele mittlerweile ebenfalls Standard – auch das Nahrungshabitat erfasst werden könnte. Wer etwas mehr Zeit hat und eine interessante Herausforderung sucht, findet diese in der Ermittlung der Familiengröße. Hinweise, wie diese und die anderen Informationen in ornitho.de einzutragen sind, finden Sie untenstehend.

Zum Hintergrund: Der Jungvogelanteil in den Trupps überwinternder Gänse und Schwäne ist ein guter Indikator für den Bruterfolg im zurückliegenden Sommer in den arktischen Brutgebieten und – neben der Überlebensrate der Altvögel sowie der Zu- und Abwanderung – ein wichtiger Parameter, wenn es darum geht, die Entwicklung einer Population zu analysieren. Eine der wenigen Gänse- und Schwanenarten, die derzeit einen negativen Bestandstrend aufweist, ist der Zwergschwan. Eine der Ursachen ist ein seit den 1990er-Jahren geringer Bruterfolg. Wodurch das bedingt ist, ist unklar.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Axel Degen (bundesweiter Koordinator) und Wim Tijsen (int. Koordinator)
 

Eintragung von Alter/Geschlecht, Jungvogelanteilen und Nahrungshabitat:

  • Tragen Sie die Informationen zu Alter und Geschlecht in den dafür vorgesehenen Feldern unter den optionalen Informationen ein (und nicht in den Bemerkungsfeldern, die sich kaum auswerten lassen)!
  • Bitte machen Sie immer Angaben zu allen beobachteten Geschlechtern oder Altersklassen. Beispiel: Sie haben einen Trupp von 28 Zwergschwänen nach Alter differenziert und 23 Alt- und 5 Jungvögel ermittelt. Wenn Sie nun lediglich die 5 Jungvögel eintragen, dann kann das bedeuten, dass die übrigen Tiere Altvögel waren, aber auch, dass unter den 28 Vögeln unter anderem 5 Jungvögel beobachtet wurden. Der Rückschluss, alle übrigen sind Altvögel, wäre dann falsch. Solche Datensätze können deshalb bei Auswertungen nicht berücksichtigt werden.
    Ein Grund, weshalb immer wieder nur die Jungvögel oder nur ein Geschlecht angegeben werden, mag darin liegen, dass nur zunächst eine Zeile bei den Details zum Alter und Geschlecht angegeben ist. Um das andere Geschlecht oder weitere Altersklassen anzugeben, klicken bitte auf „weitere Detailangaben anfügen". Alternativ finden Sie darunter ein Feld, über das Sie die Detailangaben sehr schnell und einfach eintragen können. Mit einem Klick in das Feld öffnet sich ein Hinweis, wie die Detailangaben in das Feld eingetragen werden müssen.
  • Bitte vermeiden Sie die Angabe „immatur“, wenn das Alter genauer angegeben werden kann. Für Vögel aus der vorhergehenden Brutzeit verwenden Sie bitte bis zum 31. Dezember eines Jahres die Kategorie „1. KJ / diesjährig“ und ab dem 1. Januar „2. KJ / vorjährig“. Bei Höckerschwänen ist das sogar essenziell, da sich bei diesen Vögel im 2. Winter oft noch von Altvögeln unterscheiden lassen. Wer Altvögel von zwei- bis dreijährigen Vögeln unterscheidet, sollte diese als weitere Kategorie gesondert angeben.
  • Die Altersverhältnisse unterscheiden sich zwischen kleinen und großen Trupps. Kleine Trupps oder einzelne Familien, die sich z.B. bei Schwänen fast auf einen Blick differenzieren lassen, haben durchschnittlich einen höheren Jungvogelanteil. Falls es die Zeit zulässt, differenzieren Sie auch größere Ansammlungen. Diese Informationen sind sehr wertvoll, damit es nicht zu einer Überschätzung des Jungvogelanteils kommt.
  • Machen Sie Altersangaben auch dann, wenn ein Trupp nur aus Alt- oder Jungvögeln besteht! Mitunter hatten wir den Eindruck, dass vor allem Trupps gemeldet wurden, die beide Altersklassen enthielten.
  • Die Familiengröße bei Gänsen und Schwänen ist ebenfalls eine interessante Information. Falls Sie diese ermitteln, geben Sie diese bitte im Bemerkungsfeld wie folgt an: Familien: 3x1, 4x2, 1x5 Juv.

Rast- oder Nahrungshabitat

  • Bei in der Agrarlandschaft rastenden Vögeln (v.a. Gänsen, Schwänen, Kranichen und Limikolen) ist das Rast- oder Nahrungshabitat eine wichtige Zusatzinformation. Falls Sie dieses bestimmen können, tragen Sie es bitte unter den Optionalen Angaben bei "(Rast)Habitat" ein. Im Gegensatz zu Angaben unter „Bemerkungen“ können diese Angaben dann direkt ausgewertet werden. Bei Gänsen und Schwänen unterscheiden sich z.B. die Jungvogelanteile zwischen verschiedenen Habitaten. Auch deshalb ist die Angabe des Habitats wertvoll und wichtig.
  • Bitte machen Sie auch möglichst bei „Präzisierung der Beobachtung“ eine Angabe, so dass eindeutig zwischen rastenden und ziehenden / überfliegenden Vögel unterschieden werden kann. Bei ziehenden Vögeln ist auch die Zeit eine wichtige Information. Diese können Sie direkt hinter dem Datum mit Leerzeichen getrennt angeben, z.B. 23.11.2013 09:00
  • Nicht immer ist die Unterscheidung zwischen „Nahrung suchend“ und „rastend / ruhend“ eindeutig möglich. Im Zweifelsfalle sollten Sie „Nahrung suchend“ eingeben, auch wenn ein Teil des Vogeltrupps zum Beobachtungszeitpunkt ruht. Nicht hilfreich ist es, für einen zusammenhängenden Rasttrupp zwei Datensätze anzulegen, die sich lediglich in der Präzisierung der Verhaltensweise unterscheiden. Gleiches gilt für Anteile eines zusammenhängenden Rasttrupps, die sich über eine Parzellengrenze hinweg bewegen und daher zwei verschiedene Habitate nutzen. Hier sollten sie das vorrangig genutzte Habitat eingeben. Separate Trupps in größeren Gebieten sollten hingegen möglichst mit exakter Lokalisierung getrennt eingegeben und codiert werden.

 

Foto: Jörn Clausen, 8.11.2015, Oppendorfer Fledder

aufgegeben von Nikolas Prior
 
Mittwoch, 6. November 2019
avinews
Vögel in Deutschland aktuell: Rückblick auf den Sommer 2019

In unserem Rückblick auf die zurückliegende Jahreszeit blicken wir diesmal auf einen phasenweise extrem heißen und erneut recht trockenen Sommer zurück. Die 1,5 Millionen Vogelbeobachtungen, die zwischen Juni und August 2019 über ornitho.de gemeldet wurden, liefern die Datengrundlage für Auswertungen zu Wachtelkönig, Sumpfohreule und Waldschnepfe sowie einen Überblick über die im Sommer entdeckten Seltenheiten.

Wachtelkönige wurden stellenweise vor allem im Juni 2019 in großer Zahl gemeldet. Doch bei genauerer Betrachtung beschränkte sich dieses starke Vorkommen auf wenige Regionen, während andernorts sonst regelmäßig von Wachtelkönigen besetzte Gebiete teilweise komplett verwaist waren. Wir vergleichen die Beobachtungen 2019 mit der Verbreitung nach dem Atlas Deutscher Brutvogelarten und versuchen die aktuellen Entwicklungen einzuordnen.

Die Sumpfohreule zählt zu den seltensten Brutvögeln Deutschlands. Viel mehr als die anderen in Deutschland brütenden Eulenarten reagiert sie auf den Massenwechsel der Mäusepopulationen durch großräumige Verlagerung der Brutgebiete. In Nordwestdeutschland war der Mäusebestand in diesem Jahr erstmals seit mehr als zehn Jahren wieder so gut, dass es zu zahlreichen Ansiedlungen von Sumpfohreulen kam. Auch hier handelte es sich allerdings um ein sehr regionales Phänomen, da es in anderen Regionen Deutschlands kaum Brutzeitbeobachtungen gab.

Vergleicht man die Verbreitungskarte der Waldschnepfe anhand der Daten von ornitho.de mit der aus dem Atlas Deutscher Brutvogelarten, so fallen erschreckende Verbreitungslücken auf. Steht es um die Waldschnepfe tatsächlich so schlecht oder was sind die Gründe für den drastischen „Rückgang“? Wir haben uns die Datengrundlage genauer angeschaut und eine Erklärung gefunden.

Unter den zwischen Juni und August entdeckten Seltenheiten waren einige Überraschungen. In unserem Überblick berichten wir u.a. vom dritten deutschen Nachweis des Bindenstrandläufers, der Sichtung einer Korallenmöwe und dem zweiten Brutnachweis der Kappenammer in Deutschland.

Den Beitrag „Vögel in Deutschland aktuell: Sommer 2019: Viele Sumpfohreulen, aber wo sind Wachtelkönig und Waldschnepfe?“ in der Zeitschrift „Der Falke“ können Sie hier als PDF herunterladen. Alle weiteren Beiträge mit direktem Bezug zu ornitho.de finden Sie unter Publikationen und Auswertungen.

Das komplette Falke-Heft 11/2019 mit vielen weiteren Beiträgen, u.a. über den negativen Zusammenhang zwischen WKA-Dichte und Bestandstrends des Rotmilans, eine neue Studie zur Wirkung von Agrarchemikalien auf Zugvögel, das Seeadler-Monitoring, Sommergoldhähnchen und den Winter am norwegischen Varangerfjord können Sie über die Internetseite von „Der Falke“ beziehen.

Viel Spaß beim Lesen wünscht
das Team von ornitho.de und ornitho.lu

aufgegeben von Christopher König
 
Montag, 4. November 2019
tipnews
Deutsche Avifaunistische Kommission bittet um Seltenheitsmeldungen 2018

Die siebte Ausgabe der Schriftenreihe „Seltene Vögel in Deutschland“ mit dem Seltenheitenbericht für das Jahr 2017 kann seit Mitte September über den DDA-Schriftenversand bezogen werden. Um Ihnen im nächsten Jahr einen möglichst umfassenden Bericht über seltene Vogelarten in Deutschland im Jahr 2018 vorlegen zu können, benötigen wir nun Ihre Mithilfe!

Mehr als 350 Dokumentationen sind bereits zu im vergangenen Jahr beobachteten Seltenheiten bei der DAK eingegangen (Übersicht). Für viele teils gut belegte Raritäten liegen jedoch noch keine Dokumentationen vor. Falls also noch undokumentierte Beobachtungen seltener Vogelarten aus dem vergangenen Jahr in Ihren Notizbüchern oder auch bei ornitho.de schlummern, möchten wir Sie bitten, die Dokumentationen bis zum 30. November 2019 an die DAK zu senden.

Zur Dokumentation bundesweit dokumentationspflichtiger Arten nutzen Sie bitte möglichst die aktuelle Version des Meldebogens. Bitte senden Sie den ausgefüllten Bogen direkt an die DAK! Wir leiten alle Dokumentationen auch umgehend an die Landeskommission des betreffenden Bundeslandes weiter.

Viele Dokumentationen erreichen uns mittlerweile sehr zeitnah, oft schon wenige Tage nach der Beobachtung. Dafür danken wir allen Beobachterinnen und Beobachtern ganz herzlich!

Das Team der Deutschen Avifaunistischen Kommission

Die Meldeadresse der DAK lautet:
Deutsche Avifaunistische Kommission
c/o Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) e.V.
An den Speichern 6
48157 Münster
www.dak-web.de

dak@dda-web.de

aufgegeben von Christopher König
 
Mittwoch, 30. Oktober 2019
avinews
„PLÜit“: Hakengimpel im Anmarsch?

Der letzte von insgesamt nur drei anerkannten Nachweisen des Hakengimpels in Deutschland liegt bereits mehr als 25 Jahre zurück. Im Mai 1993 wurde damals auf Helgoland ein Weibchen dieser Brutvögel der borealen Nadelwälder fotografiert. In den kommenden Tagen und Wochen könnte die Chance auf einen neuen Nachweis dieser kräftigen Finken so groß sein wie lange nicht. In Skandinavien wird derzeit eine südwärts gerichtete Massenwanderung mit Nachweisen bis in den Süden Schwedens und Dänemarks beobachtet. Von der südlichsten Beobachtung sind es keine 50 km mehr bis nach Sylt…

Normalerweise wandern die in der Taiga brütenden Hakengimpel zum Überwintern nur kurze Strecken nach Süden, doch in nahrungsarmen Wintern sind sie für starke Evasionen bekannt. Seit Ende des 19. Jahrhunderts sind Nachweise in Mitteleuropa allerdings weitgehend ausgeblieben und selbst in Südskandinavien werden Invasionen möglicherweise aufgrund milderer Winter nur noch weitaus seltener registriert, zuletzt im Winter 2012/13. Um die aktuellen Wanderbewegungen besser einordnen zu können, lohnt ein Vergleich der Zahlen aus der letzten Oktoberwoche 2012 mit den aktuellen: Damals wurden in Norwegen und Schweden etwa 450 bzw. 750 Hakengimpel gezählt, in der vergangenen Woche waren es dort mehr als 1.000 bzw. über 13.000 Individuen. Mit bis zu vierstelligen Tagessummen an schwedischen Zugvogel-Zählpunkten sind die aktuellen Wanderbewegungen außergewöhnlich.

Hakengimpel ernähren sich vorwiegend von Knospen und Beeren. An beerentragenden Büschen (z.B. Vogelbeere) sind die Vögel hierzulande daher wohl am ehesten zu erwarten. Die Vögel zeigen oft geringe Scheu, sodass auch Beobachtungen an Futterstellen in Gärten denkbar sind. Doch viele der Beobachtungen in Südskandinavien betreffen durchziehende Vögel. Es macht also Sinn, sich mit dem auffälligen Flugruf der Hakengimpel vertraut zu machen (Beispiel: https://www.xeno-canto.org/503913). Beste Chancen, einen Hakengimpel zu entdecken bestehen derzeit sicherlich an den Küsten von Nord- und Ostsee. Auch bei der Beobachtung von Zugvögeln weiter im Binnenland sollte man aber vorbereitet sein.

Nachdem der Oktober in Deutschland bezüglich der entdeckten Seltenheiten zumindest im Vergleich mit Nachbarländern, in denen teils spektakuläre Erstnachweise gelangen, relativ ruhig ausfiel, könnte sich nun im November noch eine gute Gelegenheit für einen versöhnlichen Ausklang des Herbstes ergeben.

Wer entdeckt den ersten deutschen Hakengimpel des Jahrtausends?

Das Team von ornitho.de wünscht viel Erfolg bei der Suche!

 

Weitere Informationen zum aktuellen Einflug: Birdguides-News, 30.10.2019

Foto: C. Moning

aufgegeben von Christopher König
 
Montag, 14. Oktober 2019
avinews
Die QR-Codes von ornitho.de – Abruf aktueller Vogelbeobachtungen schon an mehr als 200 Standorten

Unter dem Slogan „ornitho.de weiß was hier fliegt!“ bieten QR-Codes von ornitho.de inzwischen in zwölf Bundesländern und Luxemburg Besuchern von Beobachtungstürmen, Naturschutzzentren oder an Infotafeln die Möglichkeit, sich über aktuelle lokale Vogelbeobachtungen zu informieren. Stets aktuell werden für die jeweiligen Gebiete die zuletzt gemeldeten Beobachtungen angezeigt. Auf diese Weise können sich Interessierte einerseits tagesaktuell informieren und anderseits eigene Entdeckungen umgehend einordnen und vergleichen.

Die Technik ist denkbar einfach und erfordert keinerlei Registrierung oder vorherige Beschäftigung mit dem Thema: Per Smartphone oder Tablet lassen sich die QR-Codes über die integrierte Kamera scannen und schon werden die neuesten Meldungen präsentiert. Immer mehr Organisationen und Naturschutzverbände machen von den neuen Möglichkeiten Gebrauch und informieren so (oft zusätzlich zu bereits existierenden, statischen Infotafeln) laufend über die lokale Vogelwelt. Die QR-Codes von ornitho.de findet man heute z.B. im Biosphärenreservat Mittelelbe oder am Chiemsee, ganz neu auch im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer (Pressemitteilung). Zahlreiche weitere Gebiete sind geplant oder schon in Umsetzung.

Schauen Sie doch einmal auf der Karte nach, ob auch in Gebieten in Ihrer Nähe bereits QR-Codes von ornitho.de verfügbar oder beabsichtigt sind. Weisen Sie lokale Naturschutzgruppen oder Schutzgebietsbetreuer gern auf diese Möglichkeit hin, Vogelbeobachtungen auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Weitere Informationen zu den QR-Codes von ornitho.de finden sich unter http://www.ornitho.de/index.php?m_id=20092

aufgegeben von Christopher König
 
Mittwoch, 9. Oktober 2019
tipnews
Internationale Bartgeier-Beobachtungstage vom 12.-20. Oktober 2019

Vom 12. bis 20. Oktober 2019 finden die 14. Internationalen Bartgeier-Beobachtungstage statt. Vogelbeobachter, die in diesem Zeitraum eine Bergtour machen, sind aufgerufen, gezielt nach Bartgeiern Ausschau zu halten. Der Schwerpunkt der Beobachtungstage liegt beim 12. Oktober.

Ziel der Aktion besteht in der Erfassung möglicher neuer Bartgeierpaare, sowie einer Abschätzung des aktuellen Bestands in den Alpen.

Die wohl besten Chancen für Sichtungen bestehen für Deutschland derzeit in den Allgäuer Hochalpen – weil die Brut- und Kerngebiete der Schweiz nicht weit sind und im Tiroler Lechtal 2019 eine erfolgreiche Bartgeierbrut nicht weit von der Staatsgrenze nachgewiesen wurde: Der Jungvogel dieser Brut überfliegt die Staatsgrenze in Richtung der Gemarkung Oberstdorf. Aber auch in den anderen Teilen der bayerischen Alpen können Geier auftauchen.

Man kann während einer Wanderung einfach auf Bartgeier achten oder gezielt mehrere Stunden (mindestens 10 bis 14 Uhr) von einem bestimmten Platz nach Bartgeiern suchen. Bei Beobachtungen von einem fixen Standort aus, melden Sie sich bitte bis 10.10.2019 mit der bevorzugten Region für den Beobachtungsplatz unter geiermeldung@lbv.de, um speziellere Instruktionen zu erhalten.

Was ist zu beachten?

  • Melden Sie Ihre Beobachtungen bei ornitho.de (direkt aus dem Feld über die App „NaturaList“ oder nachträglich über die Webseite www.ornitho.de).
  • Notieren Sie besondere Merkmale und achten Sie besonders auf Markierungen (Stellen mit gebleichten Federn, Farbe von Fußringen), Mauserlücken oder weitere Auffälligkeiten.
  • Für eine nachträgliche Bestimmung sind Fotos besonders hilfreich.
  • Bitte beachten Sie alpine Gefahren, bleiben Sie auf den bestehenden Wegen und berücksichtigen Sie etwaige Schutzgebietsverordnungen.

Wer nicht das Glück hat, Bartgeier zu beobachten, kann dennoch wertvolle Daten dokumentieren. Gerade in den Alpen gibt es immer noch Kenntnislücken zur Verbreitung verschiedener Vogelarten. Achten Sie besonders auf Alpenschneehuhn und Steinadler, melden Sie jedoch auch gern weitere Vogelarten, die Sie während Ihrer Bergtour entdecken!

Für Deutschland koordiniert der Landesbund für Vogelschutz den Beobachtungstag. Alpenweit wird die Teilnahme von über 1.000 Personen erwartet.

Falls die Witterungsbedingungen am 12.10.2019 schlecht sind, kann die Beobachtung bis zum 20.10. nachgeholt werden.

Weitere Informationen zu der von der Stiftung Pro Bartgeier koordinierten Aktion finden Sie unter http://gypaetebarbu.ch/beobachtungstage

Wir wünschen tolle Beobachtungen in den Bergen!

 

Foto © M. Schäf

aufgegeben von Christopher König
 
Montag, 7. Oktober 2019
tipnews
Herbstzug und -rast der Kraniche (und anderer Arten) – bitte beachten!

Zu Zehntausenden sammeln sich derzeit die Kraniche in den Rastgebieten im Norden und Osten Deutschlands und treten bald ihren Zug in die Überwinterungsgebiete in Südwesteuropa an. Vor allem im Westen Deutschlands und in Luxemburg werden dann wieder die weithin hörbaren Rufe und beeindruckenden Zugformationen zu sehen sein. Viele Tausend Zug- und Rastbeobachtungen werden in dieser Zeit über ornitho.de und ornitho.lu gemeldet. Damit die gesammelten Daten später detailliert ausgewertet und für Naturschutzfragen eingesetzt werden können, bitten wir Sie um Folgendes:

  • Melden Sie bitte möglichst jeden Zug- oder Rasttrupp separat.
  • Geben Sie zu Ihren Zugbeobachtungen bitte immer eine Uhrzeit an. Diese können Sie direkt hinter dem Datum von Hand eingeben, z.B. 07.10.2019 09:18.
  • Falls Sie an Massenzugtagen für mehrere Stunden an einem Ort stehen und den Zug verfolgen, geben Sie neben der Gesamtsumme und der Anzahl an Trupps bitte den Erfassungszeitraum sowie für die Interpretation der Daten wichtige Informationen (z.B. Sichtweite) unter "Bemerkungen" an.
  • Bitte geben Sie bei Zugbeobachtungen immer eine Zugrichtung an. Diese können Sie im Feld „Präzisierung der Beobachtung“ auswählen. Entsprechende Angaben im Bemerkungsfeld lassen sich nicht auswerten.
    Wenn Sie mit der App melden, tragen Sie diese Information bitte später online nach. Vielen Dank!
  • Geben Sie Trupps rastender oder Nahrung suchender Kraniche bitte punktgenau ein. Geben Sie unter „Präzisierung der Beobachtung“ bitte „rastend/ruhend“ oder „Nahrung suchend“ an, und vermerken Sie – sofern zutreffend und erkennbar – auch das (Rast)Habitat.
  • Alt- und Jungvögel lassen sich bei Kranichen sehr einfach unterscheiden. Falls Sie also etwas mehr Zeit haben, zählen Sie Alt- und Jungvögel getrennt aus und tragen die Informationen in den dafür vorgesehenen Feldern ein (bitte nicht im Bemerkungsfeld). Falls Sie nur einen Teil eines großen Trupps ausgezählt haben, geben Sie bitte die Gesamtanzahl und in den Detailangaben nur die Anzahl differenzierter Individuen an.
  • Falls Sie Kraniche abends oder morgens am Schlafplatz gezählt haben, geben Sie ebenfalls die Uhrzeit sowie unter „Präzisierung der Beobachtung“ bitte „Schlaf-/Sammelplatz“ an.
  • Diese Hinweise bezüglich der Rast gelten insbesondere auch für Gänse und Schwäne sowie weitere auf Feldern rastende / Nahrung suchende Vogelarten (z.B. Kiebitz, Goldregenpfeifer).

Bewährte Zusammenarbeit mit der AG Kranichschutz Deutschland
Die AG Kranichschutz Deutschland und der DDA arbeiten im Bereich der Datensammlung bei Kranichen eng zusammen. Die über ornitho gesammelten Informationen zum Brut-, Rast- und Zuggeschehen stehen der AG Kranichschutz für detaillierte Auswertungen zur Verfügung, die u.a. für den jährlichen Bericht "Das Kranichjahr" erstellt werden. Bitte geben Sie Ihre Beobachtungen deshalb nicht zusätzlich unter www.kraniche.de ein!

Wir danken Ihnen herzlich für Ihre Unterstützung und wünschen Ihnen, dass Sie das faszinierende Schauspiel des herbstlichen Kranichzugs ebenfalls bestaunen können!

Foto: R. Kistowski (www.wunderbare-erde.de)

aufgegeben von Nikolas Prior
 
Mittwoch, 18. September 2019
avinews
„Seltene Vögel in Deutschland 2017“ erschienen

Mit der jüngst veröffentlichten siebten Ausgabe der Reihe „Seltene Vögel in Deutschland“ folgt ein weiterer umfassender Überblick über das Auftreten von Seltenheiten in Deutschland. Kernbeitrag des 68 Seiten umfassenden Heftes ist die Zusammenstellung der Nachweise seltener Vogelarten in Deutschland im Jahr 2017. Neben den Erstnachweisen von Kamtschatkasamtente und Weißbauchtölpel und den dritten Nachweisen von Wüstengrasmücke und Steinortolan sind vor allem auch die ersten Brutnachweise von Brillengrasmücke und Kappenammer für Deutschland bemerkenswert. Diese und mehrere hundert weitere Nachweise werden detailliert und mit zahlreichen Fotos und ergänzenden Grafiken und Karten präsentiert.

Als am 13. Juni 2017 in Nordrhein-Westfalen der erst siebte deutsche Nachweis einer Brillengrasmücke gelang, dachte wohl noch niemand daran, dass wenige Woche später der erste Brutnachweis dieser mediterranen Art dokumentiert würde. Die Entdeckungsgeschichte wird von Armin Kreusel, Micha A. Neumann und Arne Torkler umfassend beschrieben und die Beobachtung in das Auftreten von Brillengrasmücken in Europa nördlich der bekannten Brutgebiete eingeordnet. Hinweise zur Bestimmung insbesondere eben flügger Brillengrasmücken runden den Beitrag ab.

Noch ungewöhnlicher als die Erstbrut der Brillengrasmücke ist der erste Nachweis des Weißbauchtölpels für Deutschland, der am 20. August 2017 nicht an der Nordsee, sondern tief im deutschen Binnenland erfolgte. Auf die Erstbeobachtung um 8 Uhr in den Niederlanden folgte eine Beobachtung um 11 Uhr in der Grafschaft Bentheim sowie eine weitere Beobachtung um 14 Uhr südlich von Bremen. Die unglaubliche Geschichte wird von den Beobachtern Gero Gülker, Günter Niehaus und Thomas Kuppel erzählt, der Nachweis außerdem durch Unterstützung von Patric Lorgé und Christopher König in das Auftreten in Europa eingeordnet sowie die Bestimmung gegenüber weiteren Tölpelarten erläutert.

Das Auftreten seltener Vogelarten ist ständigen Veränderungen unterworfen. Dementsprechend müssen auch die Meldelisten der Avifaunistischen Kommissionen regelmäßig überarbeitet und aktualisiert werden. Nach 2011 und 2015 wurde die nationale Meldeliste der Deutschen Avifaunistischen Kommission zum 1.1.2019 überarbeitet. Gestrichen und in die Obhut der Avifaunistischen Landeskommissionen übergeben wurden Sichler, Triel, Doppelschnepfe, Eismöwe, Taigazilpzalp, Zitronenstelze und Zwergammer. Das Auftreten dieser Arten in Deutschland wird jeweils kurz beschrieben, teilweise durch Grafiken und Karten untermalt. Darüber hinaus wurden gemäß der neuen Artenliste der Vögel Deutschlands (Barthel & Krüger 2018) weitere Veränderungen der Meldeliste vorgenommen, die im Detail erläutert werden. Die vollständige aktuelle Meldeliste bildet den Abschluss des Beitrags.

Die ansprechend gestaltete und reich bebilderte siebte Ausgabe von „Seltene Vögel in Deutschland“ kann zum Preis von 9,80 € zzgl. Versandkosten bestellt werden bei:

DDA-Schriftenversand
An den Speichern 6, 48157 Münster
Tel: 0251 / 2101400
E-Mail: schriftenversand@dda-web.de
Internet: www.dda-web.de/publikationen

Die Reihe ist auch im Abonnement erhältlich. Eine Ausgabe kostet dann 7,50 € zzgl. Versandkosten. Sollten Sie die ersten sechsAusgaben noch nicht kennen, können Sie diese jetzt zum reduzierten Preis von nur jeweils 5,00 € zzgl. Versandkosten oder im Paket für 25,00 € zzgl. Versandkosten erwerben.

Mit dem Erscheinen des siebten Bandes von „Seltene Vögel in Deutschland“ möchten wir Ihnen außerdem auch wie gewohnt den Seltenheitenbericht der letzten Ausgabe „Seltene Vögel in Deutschland 2016“ kostenlos als PDF anbieten. Eine Übersicht der Seltenheitenberichte der DAK finden Sie hier.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Deutsche Avifaunistische Kommission

aufgegeben von Christopher König
 
Freitag, 16. August 2019
tipnews
Aufruf: Gezielte Suche nach rastenden Mornellregenpfeifern (Bitte auch Negativkontrollen melden!)

Das Brutgebiet des Mornellregenpfeifers liegt in den Fjällflächen und Tundren von Skandinavien bis Ostsibirien. Während die östliche Population in Vorderasien überwintert, überqueren europäische Brutvögel Zentral- und Südeuropa auf dem Weg nach Nordafrika. Viele Vögel führen dabei vermutlich einen Nonstopzug durch, ein gewisser Teil rastet allerdings regelmäßig an meist traditionellen Rastplätzen. Noch vor wenigen Jahren galt der Mornellregenpfeifer in ganz Deutschland als seltener und unregelmäßiger Durchzügler. Seit Ende der 1990er-Jahre gab es aber durch eine in manchen Gebieten gezielte Suche nach der charismatischen Art einen enormen Erkenntnisgewinn: Zahlreiche bis dahin unbekannte Rastplätze wurden entdeckt und sind mittlerweile fast alljährlich besetzt.

Seit 2011 rufen wir zur gezielten Suche nach Mornellregenpfeifern während des zeitlich eng begrenzten Durchzugfensters von Mitte August bis Mitte September auf. Die zahlreichen Meldungen vor allem über ornitho ergaben den wohl bundesweit bislang besten Überblick über die Rastvorkommen. Dank der Differenzierung vieler Individuen in Alt- und Jungvögel können der jährilche Jungvogelanteil berechnet und so Rückschlüsse auf den Bruterfolg gezogen werden. Die Ergebnisse wurden in den vergangenen Jahren in „Der Falke“ veröffentlicht. Diese Beiträge können Sie hier als pdf herunterladen

Motiviert durch die sehr gute Resonanz der letzten Jahre wollen wir versuchen, auch den Wegzug 2019 möglichst gut zu dokumentieren. Gezielte Hinweise, wie und wo man Mornellregenpfeifer auf dem Herbstzug suchen (und hoffentlich auch finden) kann, finden Sie im Beitrag „Leicht zu übersehen: Herbstrast des Mornellregenpfeifers“ - hier als PDF.

Wann?

Mornellregenpfeifer überqueren Europa auf dem Zug in sehr engen Zeitfenstern. Im Frühjahr zieht die Art in Deutschland in sehr kurzer Zeitspanne und nur geringer Zahl fast ausschließlich im Mai durch, vorjährige Mornells verbleiben wie viele andere Zugvögel meist im Winterquartier. Weit auffälliger ist der Durchzug im Herbst. Hier werden die meisten Individuen im Zeitraum 15. August bis 15. September beobachtet. Einzelne Vögel treten noch bis Oktober auf. Es gilt daher in diesen Wochen ganz gezielt geeignete Habitate zu kontrollieren! Aufgrund des Verhaltens der Vögel sind die Beobachtungsbedingungen am Morgen und Abend am besten. Zu dieser Zeit findet die Nahrungssuche statt, während sich im weiteren Tagesverlauf ruhende, bewegungslose Vögel oft der Entdeckung entziehen. Auch die Chance, gegen Abend abziehende bzw. morgens zur Rast einfallende Tiere oder deren kleinräumige Ortswechsel bei der Suche nach geeigneten Rastflächen zu beobachten, erhöht den Beobachtungserfolg deutlich.

Wo?

Während im Frühjahr vor allem küstennahe Bereiche bevorzugt werden, tauchen Mornellregenpfeifer im Herbst vermehrt an Rastplätzen im Binnenland auf. Bei den Gebieten handelt es sich in der Regel um weithin exponierte, sehr offene und damit an skandinavische Weiten erinnernde Flächen mit kurzer Vegetation. Wurden ursprünglich wohl vor allem Heiden und Brachen aufgesucht, sind heute abgeerntete Felder die Hauptrastplätze. Besonders regelmäßig gelingen Nachweise vor allem auf Ackerflächen auf kargen, windexponierten Hochflächen mit weiter Sicht in Abzugrichtung Süd und Südwest in großräumigen Agrarlandschaften, gerne im oberen Hangbereich an der Südwestflanke kleiner Hügel. Es sollte mindestens ein Stoppelsturz stattgefunden haben, unbearbeitete Getreidestoppeln werden offenbar gemieden. Große Vertikalstrukturen wirken sich negativ aus, wobei Einzelbäume und Erdaufschüttungen toleriert werden. Besonders lohnend kann die Suche direkt nach starken, großräumigen Regenschauern und Gewittern sein, wenn die von der Witterungslage zur „Notrast“ gezwungenen Vögel schnell wieder abziehen und dann besonders auffällig sind. Unter solchen Witterungsbedingungen werden manchmal auch Flächen zur Rast genutzt, die bei guter Witterung keine Beachtung finden, wie z.B. ebene, kleinere Ackerflächen in Waldrandnähe. Die momentan soweit bekannt größten und bedeutendsten Rastplätze für Mornellregenpfeifer in Deutschland sind die nordrhein-westfälische Hellwegbörde im Kreis Soest sowie das Maifeld im Kreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz.

Wie?

Nur selten werden die gerade einmal amsel-großen Mornellregenpfeifer zufällig entdeckt. Erst das genaue Absuchen geeigneter Flächen mit Fernglas oder Spektiv führt in der Regel zum Erfolg. Die Art ist relativ leicht zu bestimmen und kaum mit anderen Arten zu verwechseln (Bestimmungshilfe [ PDF ]). An den Rastplätzen herrscht eine hohe Dynamik, viele Vögel verweilen nur kurz, so dass eine regelmäßige Kontrolle möglicher Rastgebiete mit Angabe des Altersverhältnisses wertvolle Zusatzinformationen zur Anzahl der insgesamt im Gebiet rastenden Vögel liefert. Auch die Kenntnis der Lautäußerungen kann daher hilfreich sein. Beim Abfliegen wird häufig ein trillerndes, für eine Limikole unerwartet tief-melancholisches „pjürrr“ (www.xeno-canto.org/species/Charadrius-morinellus)  geäußert. Mornellregenpfeifer rasten meist in artreinen Trupps, nur selten gemeinsam mit anderen Limikolen (z.B. Goldregenpfeifern). Im Rastgebiet verhalten sie sich in der Regel recht vertraut und verharren selbst auf wenige Meter Abstand. Besonders größere Trupps sind aber mitunter scheu und fliegen schon bei geringen Störungen auf. Wir möchten deshalb noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass jegliche Störungen zu vermeiden sind und der allgemeine Verhaltenskodex unbedingt zu beachten ist!

Bei der Meldung von Mornellregenpfeifern bitten wir um möglichst detaillierte Informationen zu:

  • Beobachtungsort (bitte immer punktgenau eingeben)
  • Uhrzeit (im Datumsfeld, z.B. 15.08.2019 12:00)
  • Alter der Vögel (Bestimmungshilfe [ PDF ])
  • Rasthabitat
  • rastend oder ziehend (unter "Präzisierung der Beobachtung")
  • Bitte auch Negativkontrollen melden!
    Wenn geeignet erscheinende oder in den vergangenen Jahren von Mornells aufgesuchte Flächen kontrolliert, aber keine Vögel gefunden wurden, bitte einen Bestand = 0 eintragen. Für die Interpretation der Verbreitungskarte und die Datenauswertung sind 0-Nachweise eine wichtige Information. Bitte geben Sie dabei den groben Zeitaufwand im Bemerkungsfeld an.

Gerne können Sie weitere Angaben (z.B. zum Verhalten) im Bemerkungsfeld machen oder Fotos der Vögel anfügen.

Eine Bestimmungshilfe mit zahlreichen Fotos und Erläuterungen sowie hilfreicher Literatur bietet das folgende [ PDF ].

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Das Team von ornitho.de

 

Foto: Lukas Thiess.

aufgegeben von Nikolas Prior
 
Mittwoch, 10. Juli 2019
avinews
Vögel in Deutschland aktuell: Rückblick auf das Frühjahr 2019

Das deutliche Niederschlagsdefizit aus dem Vorjahr konnte durch die überdurchschnittlichen Niederschläge Anfang 2019 nicht ausgeglichen werden. Auf einen niederschlagsreichen März folgte bereits wieder ein sehr niederschlagsarmer April. Der Mai war dann schließlich nach dreizehn zu warmen Monaten in Folge wieder etwas kühler als der langjährige Durchschnitt. Zeigen sich Auswirkungen dieser Witterung auf den Vogelzug? Wir haben uns die Ankunft zahlreicher Zugvogelarten einmal anhand der mehr als 2,5 Millionen zwischen März und Mai gemeldeten Daten angesehen. Dabei ließen sich durchaus Muster erkennen. Was sich aber wo entlang der Zugwege wie genau auf die Zugvögel auswirkte, ist wie immer schwer zu sagen.

Vielerorts wurden in diesem Frühjahr besonders zeitige Amselbruten gemeldet. Subjektives Empfinden Einzelner oder ein tatsächlich früherer Brutbeginn als normalerweise? Wir haben uns die Amsel-Meldungen mit Brutzeitcodes genauer angeschaut und 2019 mit den Vorjahren verglichen. Nicht nur hinsichtlich des Brutbeginns der Amsel, sondern auch was die Vergabe der Brutzeitcodes ganz allgemein betrifft, ergaben sich so interessante Ergebnisse.

Unter den Seltenheiten waren einige Arten auffällig zahlreich vertreten. Aber nicht nur die verhältnismäßig vielen Beobachtungen von Gleitaaren, Rötelschwalben und Zitronenstelzen waren bemerkenswert. Unter anderem mehrere Mönchsgeier, ein Kaiseradler, Blassspötter und Samtkopf-Grasmücke ließen die Herzen der Vogelkundler höher schlagen.

Den Beitrag „Vögel in Deutschland aktuell: Frühjahr 2019: Wie verlief die Ankunft der Zugvögel?“ in der Zeitschrift „Der Falke“ können Sie hier als PDF herunterladen. Alle weiteren Beiträge mit direktem Bezug zu ornitho.de finden Sie unter Publikationen und Auswertungen.

Das komplette Falke-Heft 7/2019 mit vielen weiteren Beiträgen, u.a. über den Europäischen Brutvogelatlas, die Vogelwelt von Tschernobyl, das Birdrace 2019, den Schutz von Wiesenbrütern, und den Kuckuck erhalten Sie im gut sortierten Zeitschriftenhandel oder über die Internetseite von „Der Falke“. Die Artikel sind dort neuerdings auch einzeln als PDF-Download gegen eine geringe Gebühr erhältlich.

Viel Spaß beim Lesen wünscht

das Team von ornitho.de und ornitho.lu

aufgegeben von Christopher König
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