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mardi 30 novembre 2021
avinews
Breeding success of Bewick’s Swans in 2021: Please take part in the European census on December 11th/12th

Am Wochenende 11./12. Dezember findet - wie schon in den vergangenen Jahren - eine europaweite Erfassung des Jungvogelanteils beim Zwergschwan statt. In den vergangenen Jahren konnten wir dank des gut etablierten Zählernetzwerkes jeweils eine große Stichprobe beitragen. Wir hoffen, dass dies auch in diesem Jahr wieder gelingt: Aufgrund der bislang milden Witterung halten sich wieder viele Zwergschwäne bei uns auf (s. Karte). Die Erfassung findet wie immer zum Termin der Mittmonatszählung im Dezember statt.

Jungvogelanteil ‒ ein wichtiger Fingerzeig für die Populationsentwicklung

Der Jungvogelanteil in den Trupps überwinternder Gänse und Schwäne ist ein guter Indikator für den Bruterfolg im zurückliegenden Sommer in den arktischen Brutgebieten und – neben der Überlebensrate der Altvögel sowie der Zu- und Abwanderung – ein wichtiger Parameter, wenn es darum geht, die Entwicklung einer Population zu analysieren. Eine der wenigen Gänse- und Schwanenarten, die derzeit einen negativen Bestandstrend aufweist, ist der Zwergschwan. Eine der Ursachen ist ein seit den 1990er-Jahren geringer Bruterfolg. Allein in den letzten 10 Jahren wurden im Mittel lediglich 9 % Jungvögel erfasst. Wodurch der geringe Bruterfolg bedingt ist, ist allerdings noch nicht ganz geklärt, könnte aber unter anderem mit den Nahrungsbedingungen an den letzten Zwischenrastplätzen zusammenhängen, bevor die Vögel die Brutgebiete erreichen.

Die Ergebnisse zur europaweiten Erfassung zum Bruterfolg des Zwergschwans 2020 können Sie hier als PDF herunterladen.

Ganz herzlichen Dank allen, die mit ihren Meldungen zu diesen großen Stichproben aus Deutschland beigetragen haben!

Neben dem Jungvogelanteil sollte – wie für viele mittlerweile ebenfalls Standard – auch das Nahrungshabitat erfasst werden. Wer etwas mehr Zeit hat und eine interessante Herausforderung sucht, findet diese in der Ermittlung der Familiengröße. Hinweise, wie diese und die anderen Informationen in ornitho.de bzw. in NaturaList einzutragen sind, finden Sie untenstehend. Wir haben diese aber auch in einer bebilderten Kurzanleitung zusammengefasst, die Sie HIER herunterladen können.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Axel Degen (bundesweiter Koordinator), Nikolas Prior (DDA) und Wim Tijsen (int. Koordinator)

 

Hinweis: Um mehr über den Bestandsrückgang der Zwergschwäne zu erfahren und der besonderen Verantwortung Deutschlands für diese Art gerecht zu werden, wurde im November 2020 das Projekt „Zwergschwan: Schutzkonzept für eine bedrohte Zugvogelart in Deutschland“ gestartet. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums. Auch der DDA und seine Partnerverbände NOV, OAMV und OAGSH beteiligt sich an diesem Projekt unter der Leitung des Michael-Otto-Institut im NABU. Mehr dazu erfahren sie unter: 
https://bergenhusen.nabu.de/forschung/winter-und-rastvoegel/index.html

 

Eintragung von Alter, Familiengröße und Nahrungshabitat:

Die nachfolgenden Hinweise gelten auch für alle übrigen Schwanen- und Gänsearten sowie Kraniche.

  • Tragen Sie die Informationen zum Alter in den dafür vorgesehenen Feldern unter den optionalen Angaben ein (und nicht in den Bemerkungsfeldern, die sich kaum auswerten lassen)!
  • Bitte machen Sie immer Angaben zu allen beobachteten Altersklassen. Beispiel: Sie haben einen Trupp von 28 Zwergschwänen nach Alter differenziert und 23 Alt- und 5 Jungvögel ermittelt. Wenn Sie nun lediglich die 5 Jungvögel eintragen, dann kann das bedeuten, dass die übrigen Tiere Altvögel waren, aber auch, dass unter den 28 Vögeln unter anderem 5 Jungvögel beobachtet wurden. Der Rückschluss, alle übrigen sind Altvögel, wäre dann falsch. Solche Datensätze können deshalb bei Auswertungen nicht berücksichtigt werden.
    Ein Grund, weshalb immer wieder nur die Jungvögel angegeben werden, mag darin liegen, dass nur zunächst eine Zeile bei den Details zum Alter und Geschlecht angegeben ist. Um das andere Geschlecht oder weitere Altersklassen anzugeben, klicken Sie bitte auf „Detailangaben für weitere Vögel anfügen“. Alternativ finden Sie darunter ein Feld, über das Sie die Detailangaben sehr schnell und einfach eintragen können. Mit einem Klick in das Feld öffnet sich ein Hinweis, wie die Detailangaben in das Feld eingetragen werden müssen.
  • Bitte vermeiden Sie die Angabe „immatur“, wenn das Alter genauer angegeben werden kann. Für Vögel aus der vorhergehenden Brutzeit verwenden Sie bitte bis zum 31. Dezember eines Jahres die Kategorie „1. KJ / diesjährig“ (und ab dem 1. Januar „2. KJ / vorjährig“). Wer Altvögel von zwei- bis dreijährigen Vögeln unterscheidet, sollte diese als weitere Kategorie gesondert angeben.
  • Die Altersverhältnisse unterscheiden sich zwischen kleinen und großen Trupps. Kleine Trupps oder einzelne Familien, die sich z.B. bei Schwänen fast auf einen Blick differenzieren lassen, haben durchschnittlich einen höheren Jungvogelanteil. Bitte differenzieren Sie unbedingt auch größere Ansammlungen. Diese Informationen sind notwendig, damit es nicht zu einer Überschätzung des Jungvogelanteils kommt.
  • Machen Sie Altersangaben auch dann, wenn ein Trupp nur aus Alt- oder Jungvögeln besteht! Mitunter hatten wir den Eindruck, dass vor allem Trupps gemeldet wurden, die beide Altersklassen enthielten.
  • Die Familiengröße bei Gänsen und Schwänen ist ebenfalls eine interessante Information. Falls Sie diese ermitteln, geben Sie diese bitte im Bemerkungsfeld wie folgt an: Familien: 3x1, 4x2, 1x5 Juv.
    Bitte melden Sie die Familiengröße nur, wenn Sie sich bei der Bestimmung sicher sind!

Rast- oder Nahrungshabitat

  • Bei in der Agrarlandschaft rastenden Vögeln (v.a. Gänsen, Schwänen, Kranichen und Limikolen) ist das Rast- oder Nahrungshabitat eine wichtige Zusatzinformation. Falls Sie dieses bestimmen können, tragen Sie es bitte unter den Optionalen Angaben bei „(Rast)Habitat“ ein. Im Gegensatz zu Angaben unter „Bemerkungen“ können diese Angaben dann direkt ausgewertet werden. Bei Gänsen und Schwänen unterscheiden sich z.B. die Jungvogelanteile zwischen verschiedenen Habitaten. Auch deshalb ist die Angabe des Habitats wertvoll und wichtig.
  • Bitte machen Sie auch möglichst bei „Präzisierung der Beobachtung“ eine Angabe, so dass eindeutig zwischen rastenden und ziehenden / überfliegenden Vögel unterschieden werden kann. Bei ziehenden Vögeln ist auch die Uhrzeit eine wichtige Information. Diese können Sie direkt hinter dem Datum mit Leerzeichen getrennt angeben, z.B. 23.11.2013 09:00
  • Nicht immer ist die Unterscheidung zwischen „Nahrung suchend“ und „rastend / ruhend“ eindeutig möglich. Im Zweifelsfalle sollten Sie „Nahrung suchend“ eingeben, auch wenn ein Teil des Vogeltrupps zum Beobachtungszeitpunkt ruht. Nicht hilfreich ist es, für einen zusammenhängenden Rasttrupp zwei Datensätze anzulegen, die sich lediglich in der Präzisierung der Verhaltensweise unterscheiden. Gleiches gilt für Anteile eines zusammenhängenden Rasttrupps, die sich über eine Parzellengrenze hinweg bewegen und daher zwei verschiedene Habitate nutzen. Hier sollten Sie das vorrangig genutzte Habitat eingeben. Separate Trupps in größeren Gebieten sollten hingegen möglichst mit exakter Lokalisierung getrennt eingegeben werden.

Eine bebilderte Kurzanleitung zur Dateneingabe über ornitho.de und NaturaList können Sie hier als PDF herunterladen.

Foto: Jörn Clausen, 8.11.2015, Oppendorfer Fledder

posté par Nikolas Prior
 
lundi 15 novembre 2021
tipnews
Order ornitho.de anniversary mug now and support ornitho.de!

10 Jahre ornitho.de – dieses Jubiläum haben wir im Rahmen einer Online-Tagung gebührend begangen. Als Andenken an dieses Jubiläum und die ersten zehn Jahre ornitho.de gibt es nun eine Jubiläumstasse. Ganz gleich ob Kaffee oder Tee – ornitho.de wird damit zum Begleiter beim Frühstück und im Büro. Auch als Weihnachtsgeschenk lässt sich damit vielen eine Freude machen. Denn mit der Tasse unterstützen Sie ornitho.de direkt!

Wer die Tasse auf 10 Jahre ornitho.de heben und damit seine Unterstützung für das Portal zum Ausdruck bringen möchte, kann ab sofort für 30 Euro ‒ inkl. 15 Euro zugunsten von ornitho.de ‒ die Jubiläumstasse über bestellung@dda-web.de erwerben.

Wer schon ausreichend Tassen im Schrank hat, aber dennoch ornitho.de zu weiteren Höhenflügen verhelfen möchte, kann das auch jederzeit mittels einer Spende tun.

Bestellung unter:

DDA-Schriftenversand
An den Speichern 2, 48157 Münster
Tel: 0251 / 2101400
E-Mail: bestellung@dda-web.de

Die Tasse wurde im Rahmen der Jubiläumstagung „10 Jahre ornitho.de“ vorgestellt. Sie haben die Tagung verpasst oder konnten nicht dabei sein? Die einzelnen Vorträge sind dauerhaft unter dem folgenden Link bei YouTube verfügbar:

>>> Link zur Aufzeichnung der Jubiläumstagung <<<

posté par Christopher König
 
jeudi 11 novembre 2021
avinews

Mit der jüngst veröffentlichten neunten Ausgabe der Reihe „Seltene Vögel in Deutschland“ folgt ein weiterer umfassender Überblick über das Auftreten von Seltenheiten in Deutschland. Kernbeitrag des 80 Seiten umfassenden Heftes ist die Zusammenstellung der Nachweise seltener Vogelarten in Deutschland im Jahr 2019. Zu den Höhepunkten dieses Jahrgangs gehören der erste Nachweis eines Rotlappenkiebitzes für Deutschland und Europa sowie der erste als Wildvogel eingestufte Nachweis einer Bergkalanderlerche. Bemerkenswert sind darüber hinaus u.a. Nachweise von Blutspecht, Bindenstrandläufer und Pazifiktrauerente. Diese und mehrere hundert weitere Nachweise werden detailliert und mit zahlreichen Fotos und ergänzenden Grafiken und Karten präsentiert.

Das Auftreten seltener nearktischer Watvögel liefert häufig Anlass zu Diskussionen zu Herkunft und Ursachen für das Erscheinen. Anhand einer Auswertung aller Nachweise seltener nearktischer Limikolenarten in Deutschland im Zeitraum 1977-2018 haben Till Jonas Linke und Jochen Dierschke das zeitliche und räumliche Auftreten sowie die Altersstruktur dieser Arten analysiert. Alle insgesamt 15 in Deutschland nachgewiesenen nearktischen Limikolenarten werden behandelt, darunter Weißbürzel-Strandläufer und Grasläufer als fast alljährliche Gäste ebenso wie große Ausnahmeerscheinungen wie Prärieläufer und Sandstrandläufer.

Das Auftreten des Graubrust-Strandläufers als häufigste Limikolenart mit potenziell nearktischer Herkunft wird von Till Jonas Linke in einem separaten Beitrag behandelt und ebenfalls zeitlich und räumlich nach Alter differenziert analysiert. Der Beitrag geht dabei auch auf die Entwicklung der Nachweiszahlen seit dem Erstnachweis 1956 ein und diskutiert, ob sich bei den in Deutschland beobachteten Graubrust-Strandläufern eher um Amerikaner oder Sibirier handelt.

Mit dem bemerkenswerten Nachweis einer Bergkalanderlerche am 8. September 2019 beschäftigt sich ein Artikel des Entdeckers Thomas Kuhn. Der bis zum 25. September im Norden Bayerns rastende Vogel stellt den zweiten Nachweis für Mitteleuropa dar. Der Nachweis wird räumlich und zeitlich in das Auftretensmuster weiterer europäischer Nachweise eingeordnet. Ein Absatz widmet sich außerdem der Haltung von Bergkalanderlerchen in Gefangenschaft in Europa und der Einordnung des aktuellen Nachweises, der zur Aufnahme dieser Art in die Deutsche Artenliste führt.

Sogar noch außergewöhnlicher war die Beobachtung eines Rotlappenkiebitzes am 31. Mai 2019 im Westen Bayerns - nie zuvor war diese asiatische Art in Europa festgestellt worden. Anhand eindeutiger Fotos ließ sich verfolgen, dass dasselbe Individuum zwei Wochen zuvor in Kroatien fotografiert worden war. Die Reise ließ sich über Belgien und die Niederlande auch nach dem Zwischenstopp in Bayern noch ein Stück verfolgen. Entdeckter Leon Wischenbarth erzählt die Geschichte von dieser einmaligen Beobachtung. Es wird darüber hinaus auf das Zugverhalten der Art eingegangen, die Wanderroute dieses Individuums beschrieben und der Nachweis eingeordnet. Die offizielle Einstufung dieses Nachweises durch die „Kommission Artenliste der Vögel Deutschlands“ der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft steht in diesem Fall noch aus.

Die ansprechend gestaltete und reich bebilderte neunte Ausgabe von „Seltene Vögel in Deutschland“ kann zum Preis von 9,80 € zzgl. Versandkosten bestellt werden bei:

DDA-Schriftenversand
An den Speichern 2, 48157 Münster
Tel: 0251 / 2101400
E-Mail: schriftenversand@dda-web.de
Internet: www.dda-web.de/publikationen

Die Reihe ist auch im Abonnement erhältlich. Eine Ausgabe kostet dann 7,50 € zzgl. Versandkosten. Sollten Sie die ersten Ausgaben noch nicht kennen, können Sie diese jetzt zum reduzierten Preis von nur jeweils 5,00 € zzgl. Versandkosten erwerben.

Mit dem Erscheinen des neunten Bandes von „Seltene Vögel in Deutschland“ möchten wir Ihnen außerdem auch wie gewohnt den Seltenheitenbericht der letzten Ausgabe „Seltene Vögel in Deutschland 2018“ kostenlos als PDF anbieten. Eine Übersicht der Seltenheitenberichte der DAK finden Sie hier.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Deutsche Avifaunistische Kommission

posté par Christopher König
 
vendredi 5 novembre 2021
technews
10 ans ornitho.de - Conférence d'anniversaire disponible en vidéo

Am 30. Oktober 2021 feierte ornitho.de sein 10-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass lud der DDA zu einer Online-Tagung ein, die per YouTube-Livestream öffentlich zugänglich war. Die Vorträge beleuchteten eine Vielzahl von Aspekten rund um Deutschlands größtes Citizen-Science-Portal, von der „Erfindung“ der ornitho-Portale, über den Werdegang von ornitho.de und aus den Daten gewonnene Ergebnisse und Erkenntnisse, der internationalen Einbindung in der „ornitho-Familie“ und im EuroBirdPortal, die besonders enge Partnerschaft mit Luxemburg bis hin zur Nutzung der Daten im Natur- und Artenschutz sowie der Öffentlichkeitsarbeit. Mehrere Hundert Personen verfolgten das abwechslungsreiche Vortragsprogramm oder riefen das verfügbare Video in den Tagen danach auf. „Schön, dass es ornitho.de gibt“, mit diesen Worten schloss ein Referent und brachte damit Vieles auf den Punkt. Dem ist aus unserer Sicht fast nichts hinzuzufügen ‒ außer einem ganz herzlichen Dank an alle, die zur gelungenen Tagung beigetragen haben und am beeindruckenden Werdegang von ornitho.de beteiligt waren.

Auf den Tag genau zehn Jahre zuvor wurde im Rahmen der Mitgliederversammlung des DDA symbolisch der Startknopf von ornitho.de gedrückt. Mit diesem Foto leitete Bernd Hälterlein, 1. Vorsitzender des DDA, die Tagung ein. Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, und Dr. Wolfgang Fiedler, Präsident der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft, stellten in ihren Grußworten die Bedeutung des Portals für die Avifaunistik in Deutschland heraus und unterstrichen, dass sich ornitho.de innerhalb weniger Jahre zu einem unverzichtbaren Instrument der Sammlung von Vogelbeobachtungen und für die Bereitstellung von Daten für Wissenschaft und Vogelschutz entwickelt hat.

Das fachliche Vortragsprogramm wurde unter der Moderation von Heiko Schmaljohann (Institut für Vogelforschung "Vogelwarte Helgoland") mit zwei Übersichtsvorträgen eingeleitet. Zunächst skizzierte Johannes Wahl (DDA) die Entwicklung von ornitho.de anhand von markanten Meilensteinen: Die Startphase mit dem Aufbau des Netzwerkes von Steuerungsgruppen, Regionalkoordinator:innen und Artspezialist:innen, die Etablierung von Beobachtungslisten als Form der Datenmeldung, die Einführung der App NaturaList im Dezember 2014 und schließlich die Integration des bundesweiten Vogelmonitorings in den letzten Jahren. Durch einen Blick zurück in die Zeit vor ornitho.de wurde deutlich, welch bedeutender Fortschritt die Einführung in der avifaunistischen Datenerfassung der Start von ornitho.de war. Abschließend gab es einen Blick hinter die Kulissen: Wer macht mit bei ornitho.de? Die Auswertungen zeigen u.a. mit einem steigenden Frauenanteil eine erfreuliche Entwicklung. Dass ein Projekt wie ornitho.de nur mit der Unterstützung sehr vieler Engagierter und Partner möglich ist, verdeutlichte die umfangreiche Danksagung.

Viele Aspekte des einführenden Vortrags sind in der November-Ausgabe von „Der Falke“ zusammengefasst. Der Beitrag von J. Wahl und C. König ist als PDF frei verfügbar. Gedruckte Hefte sind über die Falke-Homepage sowie im gut sortierten Zeitschriften-Handel erhältlich.

Der anschließende Vortrag von Christopher König (DDA) beleuchtete unter dem Titel „Am Puls der Vogelwelt“ schlaglichtartig Erkenntnisse und Ergebnisse, die sich in den vergangenen Jahren aus den Beobachtungsdaten ableiten ließen. Diese reichen von der Ankunft der Zugvögel im Frühjahr und Korrelationen mit dem Witterungsverlauf über Beispiele zu Gesangsphänologie und Bruterfolg bis zum herbstlichen Vogelzug. Die jährlich stark variierenden Wanderungen skandinavischer Fichtenkreuzschnäbel, der Durchzug der Kraniche und die Einflüge von Eichelhähern in den vergangenen Jahren zeigten eindrucksvoll das (vielfach noch schlummernde) Potenzial des 60-Millionen-Datenschatzes. Für den Winter wurde das anhand von Auswertungen zum Jungvogelanteil bei Zwergschwänen, Rotmilan-Schlafplätzen sowie Kälteverlusten beim Eisvogel unterstrichen.

Viele der Beispiele des Vortrags entstammen den viermal im Jahr erscheinenden jahreszeitlichen Rückblicken in „Der Falke“, die unter „Publikationen und Auswertungen“ auf ornitho.de als PDFs zur Verfügung stehen.

Nach der Mittagspause startete der zweite Vortragsblock mit einem Vortrag des „ornitho-Vaters“ Gaëtan Delaloye (Biolovision Sarl). In seinem englischsprachigen Beitrag schilderte er den Werdegang von der Beobachtungssammlung einer Jugendgruppe zu einem der weltweit führenden Online-Portale zur Sammlung faunistischer Daten. In großen Teilen Europas werden Vogelbeobachtungen heute über das ornitho-System gesammelt, was internationale Auswertungen erheblich erleichtert.

Die große Bedeutung einer guten internationalen Vernetzung wurde auch im ebenfalls englischsprachigen Vortrag von Gabriel Gargallo (Catalan Institute for Ornithology) auf eindrucksvolle Weise deutlich: Im EuroBirdPortal fließen die Daten aus 29 Ländern Europas zusammen und machen den Vogelzug nahezu in Echtzeit erlebbar. Er verdeutlichte den großen Mehrwert der Eingabe vollständiger Beobachtungslisten und präsentierte die Möglichkeiten des Portals anhand verschiedener Artbeispiele. Die Kombination von Beobachtungs- und Ringfunddaten sowie die Möglichkeit, die Daten in der Vogelgrippe-Forschung einzusetzen, unterstrichen die Breite des Einsatzes der Daten aus dem größten Citizen-Science-Netzwerk in Europa.

Samuel Wechsler (Schweizerische Vogelwarte Sempach) berichtete in einem gemeinsamen Vortrag mit Hans Schmid über die Zusammenarbeit in der „ornitho-Familie“. Deutlich wurden die großen Vorteile der Nutzung des gemeinsamen Systems und des engen Austauschs zwischen den Partnern, wodurch sowohl inhaltlich als auch finanziell Synergien sehr effektiv genutzt werden. Über das Netzwerk der 11 europäischen ornitho-Portale wurden bereits mehr als 230 Millionen Beobachtungen zusammengetragen, die ein enormes Potenzial für wissenschaftliche Auswertungen bieten.

Welche Vorteile die Etablierung einer avifaunistischen Datensammlung mit sich bringen kann, zeigte Patric Lorgé (natur&ëmwelt) am Beispiel von Luxemburg auf. Von Beginn an wurden die Daten von ornitho.lu, dem Partnerportal von ornitho.de, in einen internationalen Kontext gesetzt. Dies führte zu einer Stärkung der Beziehungen mit Ornitholog:innen aus den angrenzenden Regionen. Die Anzahl der Beobachter:innen und der für Auswertungen und Naturschutzfragen zur Verfügung stehenden Vogelbeobachtungen hat sich seit dem Start des Portals ornitho.lu vervielfacht und ist heute nicht mehr wegzudenken.

Am Nachmittag wurde im dritten Vortragsblock der Veranstaltung der Blick vor allem auf die regionale und lokale Ebene gerichtet. Tobias Erik Reiners (Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz) berichtete in einem Vortrag über die Nutzung von ornitho.de in Avifaunistik, Forschung und Vogelschutz. Das Portal hat nicht nur die Datengrundlage von avifaunistischen Jahresberichten enorm vergrößert, es liefert darüber hinaus unverzichtbare Grundlagendaten für Projekte im Vogelschutz. Letzteres wurde anhand von Beispielen zu Rebhuhn, Turteltaube und Grauammer deutlich.

Es folgte ein Beitrag von Thomas Guggemoos (Landesbund für Vogelschutz in Bayern), der die Nutzung von ornitho.de aus Sicht eines Regionalkoordinators präsentierte. Am Beispiel des südlichen Oberbayerns zeigte er, inwiefern die lokale Datenbasis von den Beobachtungsmeldungen auswärtiger Melder:innen profitieren kann. Dabei stellte er deutliche Unterschiede zwischen lokalen Beobachter:innen und „Zugereisten“ heraus, sowohl was die räumliche Abdeckung, die aufgesuchten Lebensräume als auch die Auswahl der gemeldeten Arten angeht.

Die Tagung endete mit einem Vortrag von Florian Carius (Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer) zur Einbindung von ornitho.de in die Öffentlichkeitsarbeit. Der alljährlich im Rahmen der Zugvogeltage ausgerichtete Aviathlon ist ein Wettstreit zwischen Regionen entlang der niedersächsischen Küste, bei dem es darum geht, innerhalb einer Woche möglichst viele Arten zu entdecken. Die Datenmeldung erfolgt seit 2015 über ornitho.de, wodurch eine Ergebnisdarstellung in Echtzeit ermöglicht wird. Um Naturinteressierte ohne vertiefte Kenntnisse über die Vogelwelt im Nationalpark zu informieren, wurden in zahlreichen Gebieten QR-Codes zum Abruf tagesaktueller Vogelbeobachtungen aus ornitho.de installiert. Und seit 2020 lassen sich über ein Informationssystem auf zugvogeltage.de mit Anbindung an das Portal artspezifische Informationen zum zeitlichen und räumlichen Auftreten abfragen.

Danke und „Hoch die Tassen!“

„Schön, dass es ornitho.de gibt“. Mit diesen Worten schloss Thomas Guggemoos seinen Vortrag. Dem ist aus unserer Sicht fast nichts hinzuzufügen ‒ außer einem herzlichen Dank an alle, die zur gelungenen Tagung beigetragen haben und am beeindruckenden Werdegang von ornitho.de beteiligt waren.

Wer tatsächlich die Tasse auf 10 Jahre ornitho.de heben und damit seine Unterstützung für das Portal zum Ausdruck bringen möchte, kann die Jubiläumstasse ‒ inkl. 15 Euro zugunsten von ornitho.de ‒ ab sofort für 30 Euro über bestellung@dda-web.de erwerben. Wer schon ausreichend Tassen im Schrank hat, kann ornitho.de mit einer Spende unterstützen.

Weitere Informationen:

posté par Christopher König
 
mercredi 20 octobre 2021
avinews
Invitation to the online conference "10 years ornitho.de" on 30 October 2021

Am 30. Oktober 2011 wurde ornitho.de im Rahmen der DDA-Mitgliederversammlung für die Öffentlichkeit freigeschaltet. Die Sammlung von Vogelbeobachtungen hat sich seitdem grundlegend verändert. Für viele Tausend an der Vogelwelt Interessierte ‒ ganz gleich, ob als Beobachterin, als Koordinator oder für Auswertende ‒ ist ornitho.de heute nicht mehr wegzudenken und eine unverzichtbare Datenquelle geworden. In allen Bundesländern ist ornitho.de mittlerweile die Plattform zur Sammlung von Vogelbeobachtungen. Jahresberichte oder Avifaunen basieren zunehmend auf Daten des Portals, und die Meldungen dienen vielfach als wichtige Grundlage im Natur- und Artenschutz. Über 500 Regionalkoordinatorinnen und Artspezialisten sorgen durch laufende Plausibilitätskontrollen für eine hohe Datenqualität, die Steuerungsgruppen auf Bundes- und Länderebene lenken mit viel Umsicht die Geschicke des Portals und bearbeiten eine steigende Zahl an Anträgen auf Nutzung der Daten.

Diese Erfolgsgeschichte verdanken wir einem großen Netzwerk von engagierten Einzelpersonen, Fachgruppen, -gesellschaften und -verbänden, unseren Partnern in den Fachbehörden des Bundes und der Länder, Stiftungen sowie der ornitho-Familie – und allen voran Biolovision, den „Erfindern“ von ornitho.de. Dafür wollen wir „Danke!“ sagen und das Jubiläum gemeinsam feiern.

Anlässlich des Jubiläums von 10 Jahren ornitho.de möchten wir Sie zu einer Online-Tagung am 30. Oktober 2021 ab 10:15 Uhr einladen, bei der in mehreren Vorträgen von der lokalen bis zur internationalen Ebene unterschiedliche Aspekte rund um das Portal beleuchtet werden. Der Werdegang des Portals und schlaglichtartige Ergebnisse und Erkenntnisse auf Basis der Daten gehören ebenso zum Programm wie die internationale Einbindung und der Blick auf die regionale Ebene sowie die Nutzung von ornitho-Daten im Naturschutz und in der Öffentlichkeitsarbeit.

Die Tagung wird als Livestream über das Videoportal YouTube übertragen. Es ist keine Registrierung oder spezielle Software notwendig. Für die Teilnahme wird lediglich ein Endgerät (PC/Laptop/Tablet) mit stabiler Internetverbindung benötigt.

>> Zum Programm der Tagung <<

>> Zum Livestream <<

posté par Christopher König
 
samedi 26 juin 2021
technews
Landesweite Sommer-Gänsezählungen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen (10./11. Juli 2021)

Auch 2021 wird wieder eine Sommer-Gänsezählung stattfinden, in NRW bereits zum 11. Mal, in Niedersachsen zum 4. Mal. Ziel ist es, landesweite Angaben zu Bestandsgrößen und zur Verbreitung der Gänse im Sommer zu bekommen sowie in möglichst vielen Gebieten Informationen zum Bruterfolg zu ermitteln. In Niedersachsen wird die Erfassung von der Staatlichen Vogelschutzwarte und der Niedersächsischen Ornithologischen Vereinigung (NOV) koordiniert, in NRW von der Nordrhein-Westfälischen Ornithologen-Gesellschaft (NWO). Wie in den Vorjahren werden bei der Sommer-Gänsezahlung auch alle anwesenden Schwäne erfasst. Es ist also eine richtige "Gänse- und Schwanenzählung" geworden!
Näheres ist auch dem aktuellen Bericht der Sommer-Gänsezählung in NRW zu entnehmen.

Termine

Die Zählung in NRW findet seit jeher am Wochenende vor dem Jagdbeginn auf einige Gänsearten in NRW statt und in Niedersachsen orientieren sich der Zähltermine an der Tide im Wattenmeer. In diesem Jahr ist dies in beiden Bundesländer das Wochenende 10./11. Juli 2021. Wer am Wochenende keine Zeit hat: Zählungen von Freitag bis Montag werden in die Auswertungen einbezogen.

Erfassungsmethode

Bei der Sommer-Gänsezählung wird das Standard-Artenspektrum der "Gänse- und Schwanenzählung" erfasst, d.h. alle Gänse und Halbgänse (Nilgans, Rostgans, Brandgans) sowie Schwäne (überwiegend Höckerschwan, vereinzelt auch einer der anderen Arten). Die Zählungen sollten zwischen 9 und 18 Uhr durchgeführt werden, da sich zumindest Gänse um diese Tageszeit überwiegend an Gewässern konzentrieren und sich leichter zählen lassen. Schwäne werden einfach während der Gänsezählung miterfasst. Bitte melden Sie unbedingt auch NULLZÄHLUNGEN (Hinweise s.u.)! 

Wichtig bei der Unterscheidung der Altersklassen: Alt- und Jungvögel (eventuell Pulli) sollen individuell ausgezählt werden, s. unten. Für weitere Einzelheiten und Hilfe bei der Bestimmung der Altersklassen ist ein verfügbar auf den Projektseiten der NOV und NWO.

Übermittlung der Daten

  • Teilnehmer an der WVZ/WWZ bzw. Gänsezählung benutzen bitte – sofern für Ihr Zählgebiet verfügbar – die Module in ornitho.de oder NaturaList zur Eingabe: „Rastende Gänse und Schwäne (Feldzählung)“ oder „Wasservogelzählung“. Beachten Sie allerdings, dass bei einer WVZ dann auch tatsächlich alle Wasservogelarten erfasst werden sollen!
  • Außerhalb der Zählgebietskulisse (oder wenn ihr Zählgebiet noch nicht in ornitho.de enthalten ist) melden Sie Ihre Zählergebnisse bitte „ganz normal“ als Einzelbeobachtungen über ornitho.de oder NaturaList. Bei Nullzählungen tragen Sie einfach Graugansmit Bestand = 0 ein. Damit wird bei der Auswertung klar, dass ein Gebiet aufgesucht aber keine relevanten Arten angetroffen wurden.
    Wichtig:In der Eingabemaske in ornitho.de unter „Weitere Informationen“ bitte als Erfassungsprojekt „SoGaNRW/NI“ auswählen. Wenn die Daten im Gelände mit NaturaList eingegeben werden, das Erfassungsprojekt bitte über den Button „Erf.projekt“ (in älteren Versionen „Studie Code“) zuordnen. Mit dem Erfassungsprojekt lassen sich die Daten bei der Auswertung einfach zuordnen.
    Neu: (Optionale) Angaben zum Habitat können jetzt auch in NaturaList über die Option "Weitere Details" gemacht werden.
  • Bei der Zählung sollen so gut es geht die Altersklassen getrennt erfasst werden, also adulte Tiere, K1 für flügge Jungvögel und Pulli für nicht-flügge Jungvögel. Es ist kein Problem, wenn das nur bei einem Teil des Trupps klappt! Wichtig ist, dass alle Altersklassen, die sie festgestellt haben, eingetragen werden. Beispiel: Unter 100 Graugänsen haben Sie 20 flügge Jungvögel und 40 Altvögel differenziert. Sie geben dann als Gesamtzahl 100 und unter den Detailangaben 40x adult und 20x 1. KJ / diesjährig an.
  • Weitere Einzelheiten sind als Infoblatt auf ornitho.de verfügbar. Weitere hilfreiche Informationen zur Verwendung der App finden Sie unter http://www.ornitho.de/index.php?m_id=20033.

Natürlich ist auch der Meldeweg über einen Zählbogen möglich (s. dazu die oben erwähnten Projektseiten).

Mitmachen?

Wer Interesse an einer Mitarbeit hat und in den letzten Jahren noch nicht an der Zählung teilgenommen hat, möge sich in NRW bitte vorab bei Kees Koffijberg von der NWO (kees.koffijberg@t-online.de) melden, so dass Doppelerfassungen möglichst vermieden werden. Für Niedersachsen ist der Ansprechpartner Dr. Markus Nipkow von der Staatlichen Vogelschutzwarte (markus.nipkow@nlwkn.niedersachsen.de).

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Kees Koffijberg, Markus Nipkow und das Team von ornitho.de

 

Foto: Hans Glader

posté par Nikolas Prior
 
samedi 22 mai 2021
avinews
Observation tip: Looking out for moulting waterbirds (now Greylag Geese)

Wasservögel erneuern wie die meisten Vogelarten alljährlich ihre Schwungfedern. Während die meisten anderen Arten dabei stets flugfähig bleiben, werfen Schwäne, Gänse, Enten, Taucher und Rallen alle Hand- und Armschwingen simultan ab. Für drei bis fünf Wochen sind sie flugunfähig, bis die neuen Schwingen nachgewachsen sind. Deshalb sind sie in dieser Zeit sehr scheu und auf nahrungsreiche, störungsarme Gewässer angewiesen. Viele Individuen suchen alljährlich dieselben Gewässer auf, deren Einzugsgebiete mehr als tausend Kilometer umfassen können. Den Mausergebieten kommt aus Naturschutzsicht auch deshalb eine besondere Bedeutung zu, weil die Mauser der meisten Wasservogelarten im Anschluss an die Brutzeit im Hoch- und Spätsommer stattfindet und damit in die Zeit des höchsten Freizeitdrucks fällt. Mausergebiete benötigen einen besonders strengen Schutz, da sie von überlebenswichtiger Bedeutung im Jahreszyklus von Wasservögeln sind. Zu den international herausragenden Mausergebieten in Deutschland zählen die schleswig-holsteinische Westküste (Graugans, Brandgans, Eider- und Trauerente), die ostholsteinische Seenplatte (Graugans, Schnatter-, Tafel-, Reiher- und Schellente), die Pommersche Bucht in der Ostsee (Trauerente) sowie der Ismaninger Speichersee mit Fischteichen bei München (Schnatter-, Tafel-, Reiher- und Kolbenente).

Die Informationen über die Mausergebiete und den Bestand mausernder Wasservögel sind in weiten Teilen Deutschlands noch lückenhaft. Wir würden uns deshalb sehr freuen, wenn Sie alle diesbezüglichen Beobachtungen melden und vielleicht sogar ihre Exkursionsziele entsprechend wählen würden.

Bereits in den vergangenen Jahren hatten wir dazu aufgerufen, gezielt auf Mausertrupps zu achten und diese über ornitho.de zu melden. Die systematische Sammlung der Informationen brachte dabei wichtige zusätzliche Erkenntnisse und verdeutlichte die wachsende Bedeutung von ornitho.de als ergänzende Informationsquelle für das bundesweite Vogelmonitoring und naturschutzfachliche Fragestellungen.

Mauserhöhepunkt Graugans Ende Mai / Anfang Juni
Die Graugans beginnt als erste Wasservogelarten mit der Großgefiedermauser. Bereits Mitte Mai können erste flugunfähige Tiere beobachtet werden, um den Monatswechsel Mai/Juni haben die meisten Vögel mit der Schwingenmauser begonnen und in der ersten Juni-Hälfte sind nahezu alle Graugänse flugunfähig. In den kommenden 2-3 Wochen ist somit der optimale Zeitpunkt, an geeigneten Gewässern mausernde Graugänse zu erfassen. Besonders Gebiete, in denen Sie bereits in den letzten Wochen größere Graugans-Gruppen beobachtet haben, lohnen eine gezielte Kontrolle.
Auffälliges Kennzeichnen mausernder Graugänse ist ihr weißes „Heck“, da die weißen Oberschwanzdecken nicht durch die Handschwingen verdeckt sind. Die Mausergruppen fallen zudem dadurch auf, dass sie dicht gedrängt schwimmen und sich meist in Ufernähe aufhalten (s. Foto).
Die Mausergewässer weisen fast immer Inseln auf, die tagsüber Deckung bieten. Schwungfedern am Ufer sowie von der Wasserseite aus abgefressenes Jungschilf sind deutliche Hinweise auf mausernde Graugänse.
Die beste Erfassungszeit ist abends ab 30 min. vor Sonnenuntergang, da die Gänse in vielen Gebieten oft erst dann ans Ufer kommen, um dort zu fressen. Übrigens: Familien halten sich meist abseits der in der Regel aus Nichtbrütern oder erfolglosen Brutvögeln bestehenden Mausergruppen auf. Erfolgreiche Altvögel mausern während der Jungenaufzucht das Großgefieder.

Ab Mitte Juni folgen Kanadagans, Stock- und Knäkente bei der Schwingenmauser. Ab Juli folgen dann die Höckerschwäne, die übrigen Tauch- und Gründelenten sowie die Lappentaucher.

Eintragung von mausernden Wasservögeln in ornitho:
Bitte beachten Sie bei der Meldung in ornitho Folgendes:

  • Kennzeichnen Sie Beobachtungen Schwingen mausernder Wasservögel unter „Präzisierung der Beobachtung“ bzw. in NaturaList unter "Weitere Details" durch Auswahl der Kategorie „Mauserplatz“. Die entsprechenden Daten können dann für Auswertungen sehr einfach selektiert werden. Bitte tragen Sie aber „Mauserplatz“ nur dann ein, wenn Sie entsprechende Merkmale erkannt haben (z.B. durch Flügel schlagende Ind.). Große Ansammlungen zur Mauserzeit einer Art reichen als Nachweis noch nicht aus.
  • In der Regel lässt sich nicht ermitteln, wie viele Individuen einer Ansammlung mausern. Tragen Sie deshalb bitte immer die gezählte Gesamtsumme ein und machen ggf. entsprechende Bemerkungen.
  • Familien, die sich oft getrennt von den Mausergruppen aufhalten (z.B. bei Gänsen), tragen Sie bitte separat ein und versehen diese mit speziellen Hinweisen und Brutzeitcodes. Das erleichtert die Auswertung.
  • Für die Interpretation ist es sehr hilfreich, wenn Sie zusätzlich Hinweise im Bemerkungsfeld geben, z.B. zum Verhalten, zum Anteil in Schwingenmauser befindlicher Vögel etc.
  • Falls Sie die Befürchtung haben, dass der Mauserplatz durch Ihre Meldung gestört werden könnte, schützen Sie diese. Die Meldung kann dann nur von ArtspezialistInnen und RegionalkoordinatorInnen eingesehen werden.

Wir wünschen viele spannende Entdeckungen!
 

Foto: T. Heinicke

posté par Johannes Wahl
 
jeudi 22 avril 2021
tipnews
Birdrace 2021: Rule changes, new features, podcast & TV

Mehr als 450 Teilnehmende haben sich bereits zum Birdrace 2021 angemeldet. Alle Bundesländer sind bereits vertreten und auch unsere Nachbarn aus Luxemburg haben bereits wieder ihre Teilnahme angekündigt. Sind Sie auch schon registriert?
Infos und Anmeldung unter https://birdrace.dda-web.de/

Auch in diesem Jahr hat uns die Corona-Pandemie leider noch voll im Griff. Fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens sind davon betroffen und auch die Birdrace-Regeln mussten bereits im letzten Jahr an die neuen Verhältnisse angepasst werden.  Die neue „Bundes-Notbremse“ mit Ausgangssperren zwingt uns nun zu einer erneuten, kleineren Anpassung der Regeln für das Birdrace 2021.

Birdrace 2021 von 5 bis 22 Uhr

Wir möchten möglichst für alle ein Birdrace „auf Augenhöhe“ ermöglichen und schränken den Zeitraum daher in diesem Jahr auf die Zeit von 5 Uhr morgens bis 22 Uhr abends ein (unabhängig davon, ob sich in den kommenden zwei Wochen nun doch noch einmal Änderungen dieser Regelungen ergeben). Für Langschläfer und weniger ambitionierte Teilnehmende ändert sich dadurch vermutlich wenig. Teams, die sonst bereits mitten in der Nacht nach Eulen horchen, werden einige Arten nun möglicherweise missen. Doch wir hoffen auf Verständnis aller Teilnehmenden und Solidarität mit ggf. stärker betroffenen Regionen. Es bleiben immerhin auch so noch 17 Stunden Birdrace, um die Vogelartenvielfalt der eigenen Umgebung zu erkunden. Es versteht sich von selbst, dass jeweils gültige behördliche Bestimmungen und Handlungsempfehlungen der Bundesregierung auch während des Birdrace eingehalten werden.

Aus zusätzliche Neuerung gegenüber dem Birdrace 2020 wird es in diesem Jahr so sein, dass auch Teams automatisch einem Kreis zugeordnet werden, sofern alle Mitglieder im selben Kreis an den Start gehen. Dadurch ergibt sich eine bessere Vergleichsmöglichkeit.

Neue Funktionen auf der Birdrace-Homepage

Ein „Artenlistenvergleich der Teams in einem Kreis“ bietet nun im Menü „Arten“ für Teams, bei denen alle Mitglieder im selben Kreis gestartet sind, die Möglichkeit, die eigenen Ergebnisse einzuordnen und Art für Art mit anderen Teams zu vergleichen. Besondere Entdeckungen werden so hervorgehoben, ebenso aber „schmerzhafte“ Lücken in der eigenen Liste offenbart. Die Gesamtartenzahl der einzelnen Teams kann in Form eines Rankings eingeblendet werden.
Unter den Ergebnissen der einzelnen Birdracer sind nun verschiedene Filtermöglichkeiten eingebaut. So lässt sich z.B. ganz leicht herausfinden, wie viele Arten einzelne Personen in bestimmten Kreisen entdeckt haben oder wie viele Teams in einem bestimmten Bundesland umweltfreundlich unterwegs waren.

Birdbeats – Orni-Podcast mit Folge zum Birdrace

Aktuelle Entwicklungen aus der Vogelwelt im deutschsprachigen Raum, Artporträts sowie Tipps und Tricks rund um die Vogelbeobachtung – all das bietet seit Mitte 2020 der Podcast „Birdbeats“. Jeden Sonntag wird in einer Folge über die aktuell entdeckten Seltenheiten und außergewöhnliche Beobachtungen gesprochen, während sich der Podcast immer mittwochs mit speziellen Themen rund um die Ornithologie beschäftigt.
Am Mittwoch, den 28. April 2021, dreht sich in einer Folge alles um das Birdrace. Samuel Houcken, Kalle Nibbenhagen, Simon Kiesé und Lennart Haak – die Macher von Birdbeats – sind selbst erfahrene Birdracer und berichten über die Veranstaltung an sich, ihre eigenen Erfahrungen und Taktiken, innerhalb eines Tages möglichst viele Arten zu entdecken. Wer noch nie dabei war, wird wohl spätestens damit überzeugt, doch auch für erfahrene Teilnehmende hält der Podcast sicher viele interessante Tipps für das Birdrace 2021 bereit.
Der Birdbeats-Podcast ist über verschiedene Streaming-Plattformen kostenlos empfangbar und auch nach dem 28. April weiter verfügbar. Weitere Informationen unter https://birdbeats.de/

Birdrace im TV

In den Allgäuer Bergen, der Stadt Erlangen und im Bayerischen Wald wurden im letzten Jahr einige Teilnehmende am Birdrace 2020 mit der Kamera begleitet. Der TV-Sender Das Erste strahlt den 45-minütigen Beitrag „Birdrace in Bayern – Wettrennen der Vogelzähler“ am Sonntag, den 25. April 2021 um 13:15 Uhr, im Rahmen der Reihe „Erlebnis Erde“ aus. Sicherlich eine willkommene Einstimmung auf das diesjährige „Vogelrennen“ in gut zwei Wochen. Bereits vorab ist die Sendung kostenlos in der Mediathek verfügbar: https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/erlebnis-erde/videos/birdrace-in-bayern-wettrennen-der-vogelzaehler-video-100.html

Wir wünschen viel Erfolg bei der Planung und Vorbereitung zum Birdrace 2021 am 8. Mai!

 

Foto: Nachtaktive Arten wie den Waldkauz auch tagsüber entdecken? Das wird beim Birdrace 2021 eine besondere Herausforderung. Foto: Gunther Zieger, Logo: birdbeats

posté par Christopher König
 
samedi 17 avril 2021
tipnews
Landesweite Kartierung der Turteltaube in Niedersachsen und Bremen

2021 soll in Zusammenarbeit zwischen der Niedersächsischen Ornithologischen Vereinigung und der Niedersächsischen Vogelschutzwarte im NLWKN der Brutbestand der Turteltaube in Niedersachsen und Bremen erfasst werden. Nach einem starken Bestandsrückgang in den letzten Jahrzehnten gilt die Art heute sowohl landes- als auch bundesweit als stark gefährdet (Rote Liste Kategorie 2). Ziel der Erfassung ist es, möglichst genaue Angaben über den Bestand und die Verbreitung der Art zu erhalten. Besonders wertvoll sind dabei Informationen über die Habitatausstattung der noch besetzten Reviere, um zukünftige Schutzmaßnahmen möglichst effektiv gestalten zu können.

Wenn Sie Lust haben, ein oder mehrere Gebiete zu übernehmen, melden Sie sich bitte vorab bei den Landeskoordinatoren oder bei Ihren regionalen Ansprechpartnern. Bitte lesen Sie sich vor Start der Kartierung auch die Hinweise zur landesweiten Kartierung durch. Dort wird die Erfassungsmethode und - wichtig - die Eingabe über ornitho.de / NaturaList genau erläutert. Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie hierzu Fragen haben.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

Die Landeskoordinatoren
Jonas Wobker, Moritz Wartlick, Eva Lüers, Thomas Brandt
Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer
E-Mail: turteltaube@oessm.org

Foto Turteltaube: T. Krüger

posté par Christopher König
 
mardi 13 avril 2021
avinews
Birdrace 2021 on 8 May: Register now!

In weniger als einem Monat ist es wieder so weit: Zum 18. Mal steigt am 8. Mai 2021 das bundesweite Birdrace, bei dem versucht wird, innerhalb eines Tages so viele Vogelarten wie möglich zu sehen oder zu hören. Wer einmal dabei war, fiebert meist auch in den folgenden Jahren bereits auf den Termin Anfang Mai hin. Wie viele Arten lassen sich in der eigenen Umgebung entdecken? Welche Zugvögel haben bereits wieder die Reviere besetzt und lässt sich so manche von Bestandsrückgängen betroffene Art überhaupt noch auffinden? Spiel, Spaß und Spannung sind beim Birdrace den ganzen Tag über sicher. Probieren Sie es aus!

Regeln und Wertungen

Die im letzten Jahr in Anpassung an Einschränkungen durch die Corona-Pandemie veränderten Regeln werden auch künftig so beibehalten. Es haben sich dadurch viele neue taktische Möglichkeiten ergeben und die positiven Rückmeldungen sowie der Erfolg des Birdrace 2020 untermauern dies.

Die Teilnahme am Birdrace kann allein oder sofern es die behördlichen Bestimmungen vor Ort erlauben ggf. gemeinsam mit mehreren Personen erfolgen. Alle Teilnehmenden sammeln die entdeckten Arten für die Einzelwertung.

Um ein Gemeinschaftsgefühl zu erhalten, besteht wie bereits 2020 die Möglichkeit, dass sich bis zu 5 Personen zu virtuellen Teams zusammenschließen und zusätzlich gemeinsam an einer möglichst langen Team-Artenliste für die Teamwertung arbeiten.

Wer sich nicht mit anderen zu einem virtuellen Team zusammenschließt, ist dennoch nicht allein unterwegs: Die im letzten Jahr eingeführte Kreiswertung, in die die Artenlisten aller BirdracerInnen eines Kreises einfließen, wird es 2021 ebenfalls wieder geben.

An der grundsätzlichen Idee des Birdraces hat sich weiterhin nichts geändert: Es gilt, innerhalb eines Tages möglichst viele Vogelarten zu entdecken. Einen Preis gibt es für die höchste Artenzahl nicht, die zahlreichen Sachpreise werden unter allen Teilnehmenden verlost. Schon deshalb betrügt man letztendlich nur sich selbst, wenn man schummelt. Und dass der Schutz der Natur und insbesondere der Vogelwelt dabei an höchster Stelle steht, ist selbstverständlich und oberstes Gebot, ebenso wie die Beachtung der am 8. Mai geltenden behördlichen Bestimmungen und der Birdrace-Regeln (s. Link unten).

Die Vogelwelt im Visier

Viele der Teilnehmenden beginnen tatsächlich bereits in der Nacht und legen das Fernglas erst ab, nachdem die Sonne bereits lange untergegangen ist. An keinem anderen Tag im Jahr wird so intensiv beobachtet, in so vielen Regionen und in so vielen verschiedenen Lebensräumen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele Arten sich an einem ganzen Tag in der Natur entdecken lassen. Das Birdrace macht Spaß – das ist sicherlich einer der Hauptgründe, warum die Zahl der Teilnehmenden seit der ersten Austragung 2004 von Jahr zu Jahr steigt. Im vergangenen Jahr fanden mehr als 1700 BeobachterInnen aus allen Bundesländern insgesamt 321 Vogelarten. Der erste Samstag im Mai hat sich damit über die Jahre zum inoffiziellen „Tag der Vogelartenvielfalt“ entwickelt.

Bewusstsein für die Vogelwelt ins öffentliche Bewusstsein rücken

Schon seit der ersten Austragung stößt das Birdrace auch bei den Medien auf großes Interesse. Alljährlich wird in zahlreichen Tageszeitungen und sogar im Fernsehen über den für Außenstehende durchaus etwas skurril anmutenden Wettbewerb berichtet. Auf diese Weise lassen sich Themen des Naturschutzes sehr gut in die Öffentlichkeit tragen, z.B. der Rückgang der Vögel der Agrarlandschaft.

Spendenrennen für ornitho.de

In jedem Jahr sind die Teams dazu aufgerufen (es ist aber keine Teilnahmevoraussetzung!), Spenden für ein zuvor festgelegtes Projekt zu sammeln. Auch 2021 fließen die gesammelten Spenden wieder in den Unterhalt, die Betreuung sowie die Weiterentwicklung von ornitho.de. Das Internetportal mit inzwischen mehr als 55 Mio. Vogelbeobachtungsmeldungen wird auch von vielen am Birdrace teilnehmenden Personen genutzt. Sicherlich ein besonderer Ansporn, sich beim Sammeln von Spenden ins Zeug zu legen.

Lostrommel wieder reichlich gefüllt

Dank der Großzügigkeit von Carl Zeiss Sports Optics, des AULA-Verlags, von GEO, König Photobags, Oenatur, Bresser, NHBS, Orniwelt, Lucky Looker, dem DWJ-Verlag, der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft, Schwegler und dem NIBUK-Verlag ist die Lostrommel in diesem Jahr wieder gut gefüllt, sodass wir unter allen Teilnehmenden, besonders jenen, die sich beim Einwerben von Spenden engagieren und/oder auf die Nutzung eines Autos verzichten, wieder viele attraktive Preise verlosen können.

Seit 2007 ziert ein Gemälde die Urkunde, die alle Teilnehmenden auf Wunsch erhalten. In diesem Jahr ist es ein Kampfläufer im Prachtkleid von Bert Jahnke, der unter all jenen verlost wird, deren Team mindestens 100 Euro für ornitho.de eingeworben hat.

Die Anmeldung für das Birdrace ist unter birdrace.dda-web.de möglich!


Allen eine gute Vorbereitung und beste Gesundheit wünscht
das Birdrace-Team des DDA

 

Weitere Informationen und Anmeldung:

Foto: Team „perSpektivlos“ 2020

posté par Christopher König
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Biolovision Sàrl (Switzerland), 2003-2021