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Samstag, 12. September 2020
avinews
#StayHomeAndWatchOut – Zusammenfassung der ornitho-weiten Ergebnisse

Im Frühjahr haben wir auf die internationale Aktion #StayHomeAndWatchOut hingewiesen. Viele Leute waren während des Lockdowns an die eigenen vier Wände gebunden – sei es durch Kinderbetreuung, Home Office oder sogar Quarantäne. In einigen Ländern Europas herrschte zu jener Zeit sogar eine strikte Ausgangssperre. Wer in dieser Zeit dem geliebten Hobby von Zuhause aus nachging und Beobachtungen von Fenster oder Balkon bzw. im eigenen Garten machte, konnte diese über ein spezielles Kürzel diesem Projekt zuordnen.

In ganz Europa sind diesem Aufruf viele Ornithologinnen und Ornithologen gefolgt. Unsere katalanischen Kollegen von ornitho.cat haben die zwischen Mitte März und Mitte Mai gesammelten Daten nun weiter aufbereitet. Die attraktiv aufgemachten Ergebnisse wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Mithilfe der Pfeile können Sie sich verschiedene Visualisierungen portalübergreifender Auswertungen anschauen.

Nochmals herzlichen Dank an alle Nutzerinnen und Nutzer von ornitho.de und ornitho.lu, die sich an der Aktion beteiligt haben - und hoffen wir (und tragen alle dazu bei), dass wir #StayHomeAndWatchOut nicht reaktivieren müssen!

 

aufgegeben von Christopher König
 
Donnerstag, 27. August 2020
avinews
50 Millionen Vogelbeobachtungen in ornitho.de und ornitho.lu!

Eine Wiesenschafstelze bei Hannover wurde heute um 9:27 Uhr als 50-millionste Beobachtung bei ornitho.de und ornitho.lu gemeldet. Als das Portal im Herbst 2011 startete, hat wohl niemand mit einer solchen Entwicklung gerechnet. Vielen Dank an alle, die dazu beigetragen haben – neben Ihnen als Melderinnen und Melder vor allem an das Team von Biolovision!

Die Zahl der Meldungen entwickelt sich weiterhin sehr positiv. Im ersten vollständigen ornitho-Jahr 2012 verzeichnete das Portal insgesamt 2,6 Millionen Beobachtungsmeldungen. Seitdem ging es Jahr für Jahr bergauf und im Frühjahr 2020 wurden erstmals innerhalb eines einzigen Monats mehr als 1 Million Vogelsichtungen gemeldet. Ein riesiger Datens(ch)atz, der von der lokalen bis bundesweiten Ebene in diverse wissenschaftliche Auswertungen einfließt und im Naturschutz Verwendung findet. Ornitho hat sich zu einer hilfreichen Ergänzung des Vogelmonitorings in Deutschland entwickelt und ist für die meisten MelderInnen kaum mehr wegzudenken.

Mehr als 32.000 Personen sind inzwischen registriert, rund zwei Drittel davon steuern auch eigene Beobachtungen bei – viele davon regelmäßig, manche sogar täglich. Ornitho ist ein Portal für Vogelbeobachter und Naturinteressierte jeden Alters und jeden Kenntnisstands. Nicht nur „Profis“ tauschen dort aktuelle Beobachtungen aus, auch Neueinsteiger können sich über die Vogelwelt der eigenen Umgebung informieren oder erste eigene Beobachtungen beitragen.

Die bundesweite Abdeckung ist beachtlich und es findet sich inzwischen kaum ein Bereich auf der Karte, für den bislang noch gar keine Meldungen vorliegen. Von den mehr als 10.000 Gemeinden Deutschlands wurden in den vergangenen Jahren mehr als 99 % mindestens einmal aufgesucht. Für mehr als 92 % der Gemeinden liegen auch aus diesem Jahr schon Vogelbeobachtungen vor. Blickt man auf einzelne Kreise, so liegt Nordfriesland an der Westküste Schleswig-Holsteins mit allein mehr als 800.000 Meldungen knapp vor der Stadt Hamburg. Für Luxemburg wurden beachtliche 680.000 Beobachtungen übermittelt. Die meisten aktiven Melder verzeichnet hingegen Nordrhein-Westfalen vor Bayern und Baden-Württemberg. 

Die mit insgesamt mehr als 1 Million Meldungen am häufigsten bei ornitho.de und ornitho.lu gemeldete Art ist die Amsel – gleichzeitig nach aktuellen Schätzungen die häufigste Vogelart hierzulande. Doch längst nicht immer sind die am häufigsten gemeldeten Arten auch die am häufigsten in Deutschland vorkommenden. So findet man unter den Top20 der am häufigsten gemeldeten Arten auch Rotmilan, Kormoran und Silberreiher. Die größte Artenvielfalt verzeichnen – wie auch Jahr für Jahr beim bundesweiten Birdrace zu sehen – die Kreise mit Anbindung zur Küste. 80 % aller bislang bundesweit gemeldeten Arten wurden auch schon im Kreis Nordfriesland festgestellt, der damit vor Cuxhaven und Ostholstein liegt. Aus dem Binnenland sind Münster, Hannover und Berlin unter den Top10 der Städte mit besonders vielen gemeldeten Vogelarten vertreten.

Diese Statistiken liefern einen kleinen Einblick über den Umfang der aus Deutschland und Luxemburg vorliegenden Vogelbeobachtungen. Mit unseren quartalsweisen Auswertungen in DER FALKE stellen wir immer wieder neue Ansätze und Auswertemöglichkeiten vor. Das enorme Potenzial dieser Datensammlung ist aber noch längst nicht erschöpft. In zunehmender Zahl erkennen dies auch Institute und Universitäten und in zunehmender Zahl fließen ornitho-Daten in größere Forschungsprojekte ein oder werden im Rahmen von Abschlussarbeiten ausgewertet. Nicht zu vergessen die enorme Zahl lokaler und regionaler Berichte, die oft maßgeblich auf den Daten unseres Portals basieren. Tragen auch Sie dazu bei, die Kenntnisse und das Verständnis für die Vogelwelt Stück für Stück zu verbessern und melden Sie Ihre eigenen Vogelbeobachtungen bei ornitho.de und ornitho.lu!

Wir danken allen ornitho-Melderinnen und -Meldern für ihre Unterstützung!

Christopher König, Patric Lorgé und Johannes Wahl
für das Team von ornitho.de und ornitho.lu

 

Foto: Wiesenschafstelze, H. Glader

aufgegeben von Christopher König
 
Montag, 17. August 2020
tipnews
Aufruf: Gezielte Suche nach rastenden Mornellregenpfeifern (Bitte auch Negativkontrollen melden!)

Das Brutgebiet des Mornellregenpfeifers liegt in den Fjällflächen und Tundren von Skandinavien bis Ostsibirien. Während die östliche Population in Vorderasien überwintert, überqueren europäische Brutvögel Zentral- und Südeuropa auf dem Weg nach Nordafrika. Viele Vögel führen dabei vermutlich einen Nonstopzug durch, ein gewisser Teil rastet allerdings regelmäßig an meist traditionellen Rastplätzen. Noch vor wenigen Jahren galt der Mornellregenpfeifer in ganz Deutschland als seltener und unregelmäßiger Durchzügler. Seit Ende der 1990er-Jahre gab es aber durch eine in manchen Gebieten gezielte Suche nach der charismatischen Art einen enormen Erkenntnisgewinn: Zahlreiche bis dahin unbekannte Rastplätze wurden entdeckt und sind mittlerweile fast alljährlich besetzt.

Seit 2011 rufen wir zur gezielten Suche nach Mornellregenpfeifern während des zeitlich eng begrenzten Durchzugfensters von Mitte August bis Mitte September auf. Die zahlreichen Meldungen vor allem über ornitho ergaben den wohl bundesweit bislang besten Überblick über die Rastvorkommen. Dank der Differenzierung vieler Individuen in Alt- und Jungvögel können der jährilche Jungvogelanteil berechnet und so Rückschlüsse auf den Bruterfolg gezogen werden. Die Ergebnisse wurden in den vergangenen Jahren in „Der Falke“ veröffentlicht. Diese Beiträge können Sie hier als pdf herunterladen

Motiviert durch die sehr gute Resonanz der letzten Jahre wollen wir versuchen, auch den Wegzug 2020 möglichst gut zu dokumentieren. Gezielte Hinweise, wie und wo man Mornellregenpfeifer auf dem Herbstzug suchen (und hoffentlich auch finden) kann, finden Sie im Beitrag „Leicht zu übersehen: Herbstrast des Mornellregenpfeifers“ - hier als PDF.

Wann?

Mornellregenpfeifer überqueren Europa auf dem Zug in sehr engen Zeitfenstern. Im Frühjahr zieht die Art in Deutschland in sehr kurzer Zeitspanne und nur geringer Zahl fast ausschließlich im Mai durch, vorjährige Mornells verbleiben wie viele andere Zugvögel meist im Winterquartier. Weit auffälliger ist der Durchzug im Herbst. Hier werden die meisten Individuen im Zeitraum 15. August bis 15. September beobachtet. Einzelne Vögel treten noch bis Oktober auf. Es gilt daher in diesen Wochen ganz gezielt geeignete Habitate zu kontrollieren! Aufgrund des Verhaltens der Vögel sind die Beobachtungsbedingungen am Morgen und Abend am besten. Zu dieser Zeit findet die Nahrungssuche statt, während sich im weiteren Tagesverlauf ruhende, bewegungslose Vögel oft der Entdeckung entziehen. Auch die Chance, gegen Abend abziehende bzw. morgens zur Rast einfallende Tiere oder deren kleinräumige Ortswechsel bei der Suche nach geeigneten Rastflächen zu beobachten, erhöht den Beobachtungserfolg deutlich.

Wo?

Während im Frühjahr vor allem küstennahe Bereiche bevorzugt werden, tauchen Mornellregenpfeifer im Herbst vermehrt an Rastplätzen im Binnenland auf. Bei den Gebieten handelt es sich in der Regel um weithin exponierte, sehr offene und damit an skandinavische Weiten erinnernde Flächen mit kurzer Vegetation. Wurden ursprünglich wohl vor allem Heiden und Brachen aufgesucht, sind heute abgeerntete Felder die Hauptrastplätze. Besonders regelmäßig gelingen Nachweise vor allem auf Ackerflächen auf kargen, windexponierten Hochflächen mit weiter Sicht in Abzugrichtung Süd und Südwest in großräumigen Agrarlandschaften, gerne im oberen Hangbereich an der Südwestflanke kleiner Hügel. Es sollte mindestens ein Stoppelsturz stattgefunden haben, unbearbeitete Getreidestoppeln werden offenbar gemieden. Große Vertikalstrukturen wirken sich negativ aus, wobei Einzelbäume und Erdaufschüttungen toleriert werden. Besonders lohnend kann die Suche direkt nach starken, großräumigen Regenschauern und Gewittern sein, wenn die von der Witterungslage zur „Notrast“ gezwungenen Vögel schnell wieder abziehen und dann besonders auffällig sind. Unter solchen Witterungsbedingungen werden manchmal auch Flächen zur Rast genutzt, die bei guter Witterung keine Beachtung finden, wie z.B. ebene, kleinere Ackerflächen in Waldrandnähe. Die momentan soweit bekannt größten und bedeutendsten Rastplätze für Mornellregenpfeifer in Deutschland sind die nordrhein-westfälische Hellwegbörde im Kreis Soest sowie das Maifeld im Kreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz.

Wie?

Nur selten werden die gerade einmal amsel-großen Mornellregenpfeifer zufällig entdeckt. Erst das genaue Absuchen geeigneter Flächen mit Fernglas oder Spektiv führt in der Regel zum Erfolg. Die Art ist relativ leicht zu bestimmen und kaum mit anderen Arten zu verwechseln (Bestimmungshilfe [ PDF ]). An den Rastplätzen herrscht eine hohe Dynamik, viele Vögel verweilen nur kurz, so dass eine regelmäßige Kontrolle möglicher Rastgebiete mit Angabe des Altersverhältnisses wertvolle Zusatzinformationen zur Anzahl der insgesamt im Gebiet rastenden Vögel liefert. Auch die Kenntnis der Lautäußerungen kann daher hilfreich sein. Beim Abfliegen wird häufig ein trillerndes, für eine Limikole unerwartet tief-melancholisches „pjürrr“ (www.xeno-canto.org/species/Charadrius-morinellus)  geäußert. Mornellregenpfeifer rasten meist in artreinen Trupps, nur selten gemeinsam mit anderen Limikolen (z.B. Goldregenpfeifern). Im Rastgebiet verhalten sie sich in der Regel recht vertraut und verharren selbst auf wenige Meter Abstand. Besonders größere Trupps sind aber mitunter scheu und fliegen schon bei geringen Störungen auf. Wir möchten deshalb noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass jegliche Störungen zu vermeiden sind und der allgemeine Verhaltenskodex unbedingt zu beachten ist!

Bei der Meldung von Mornellregenpfeifern bitten wir um möglichst detaillierte Informationen zu:

  • Beobachtungsort (bitte immer punktgenau eingeben)
  • Uhrzeit (im Datumsfeld, z.B. 15.08.2020 12:00)
  • Alter der Vögel (Bestimmungshilfe [ PDF ])
  • Rasthabitat
  • rastend oder ziehend (unter "Präzisierung der Beobachtung")
  • Bitte auch Negativkontrollen melden!
    Wenn geeignet erscheinende oder in den vergangenen Jahren von Mornells aufgesuchte Flächen kontrolliert, aber keine Vögel gefunden wurden, bitte einen Bestand = 0 eintragen. Für die Interpretation der Verbreitungskarte und die Datenauswertung sind 0-Nachweise eine wichtige Information. Bitte geben Sie dabei den groben Zeitaufwand im Bemerkungsfeld an.

Gerne können Sie weitere Angaben (z.B. zum Verhalten) im Bemerkungsfeld machen oder Fotos der Vögel anfügen.

Eine Bestimmungshilfe mit zahlreichen Fotos und Erläuterungen sowie hilfreicher Literatur bietet das folgende [ PDF ].

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Das Team von ornitho.de

 

Foto: Lukas Thiess.

aufgegeben von Nikolas Prior
 
Mittwoch, 12. August 2020
tipnews
Das Projekt „NocMig“: Aufzeichnung des nächtlichen Vogelzugs

Der Vogelzug übt auf viele Naturinteressierte seit jeher eine ganz besondere Faszination aus. Die trompetenden Rufe ziehender Kraniche wecken in vielen das Fernweh, die riesigen Schwärme rastender Watvögel im Wattenmeer beeindrucken jeden Strandspaziergänger. Ein Großteil des Vogelzugs spielt sich aber bekanntlich nachts ab. Der Erfassung dieses nächtlichen Phänomens hat sich eine zunehmende Zahl von Vogelkundlern verschrieben. „NocMig“ (von englisch nocturnal migration) lautet der Name eines internationalen Projekts, das quasi ein Äquivalent zu den vielerorts stattfindenden Erfassungen des sichtbaren Vogelzugs darstellt. Dabei werden die Flugrufe der nachts durchziehenden Vögel mit Tonbandgeräten aufgezeichnet und anschließend am PC ausgewertet. Günstige Aufnahmegeräte und kostenlose Software ermöglichen ganz neue, spannende Einblicke.

Die sich dabei ergebende Vielfalt der Arten ist erstaunlich. An ruhigen Herbstabenden haben viele schon rufende Rotdrosseln gehört, aber dass auch Wasservögel wie Blässhuhn, Wasserralle oder Regenbrachvogel über den heimischen Garten oder Balkon hinwegfliegen, war vermutlich kaum jemandem bekannt. Regelmäßig werden bei „NocMig“ auch seltenere Arten wie Rohrdommel oder Ortolan registriert.

Interesse geweckt? Hier finden Sie weitere Informationen zum Projekt „NocMig“, den zu beachtenden Vorgaben, der Auswertung der Aufnahmen und der Eingabe solcher Daten in ornitho.de: https://www.ornitho.de/index.php?m_id=20110

Foto: Kai Gauger

aufgegeben von Christopher König
 
Samstag, 11. Juli 2020
tipnews
Landesweite Sommer-Gänsezählungen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen (11./12. Juli)

Auch 2020 wird wieder eine Sommer-Gänsezählung stattfinden, in NRW bereits zum 10. Mal, in Niedersachsen zum 3. Mal. Ziel ist es, landesweite Angaben zu Bestandsgrößen und zur Verbreitung der Gänse im Sommer zu bekommen sowie in möglichst vielen Gebieten Informationen zum Bruterfolg zu ermitteln. In Niedersachsen wird die Erfassung von der Staatlichen Vogelschutzwarte und der Niedersächsischen Ornithologischen Vereinigung (NOV) koordiniert, in NRW von der Nordrhein-Westfälischen Ornithologen-Gesellschaft (NWO). Wie in den Vorjahren werden bei der Sommer-Gänsezahlung auch alle anwesenden Schwäne erfasst. Es ist also eine richtige "Gänse- und Schwanenzählung" geworden!

Termine

Die Zählung in NRW findet seit jeher am Wochenende vor dem Jagdbeginn auf einige Gänsearten in NRW statt und in Niedersachsen orientieren sich der Zähltermine an der Tide im Wattenmeer. In diesem Jahr ist dies in beiden Bundesländer das Wochenende 11./12. Juli 2020.

Erfassungsmethode

Bei der Sommer-Gänsezählung wird das Standard-Artenspektrum der "Gänse- und Schwanenzählung" erfasst, d.h. alle Gänse und Halbgänse (Nilgans, Rostgans, Brandgans) sowie Schwäne. Die Zählungen sollten zwischen 9 und 18 Uhr durchgeführt werden, da sich zumindest Gänse um diese Tageszeit überwiegend an Gewässern konzentrieren und sich leichter zählen lassen. Schwäne werden einfach während der Gänsezählung miterfasst. Wer am Wochenende keine Zeit hat: Zählungen von Freitag bis Montag werden in die Auswertungen einbezogen. Bitte melden Sie unbedingt auch NULLZÄHLUNGEN (Hinweise s.u.)! 

Wichtig bei der Unterscheidung der Altersklassen: Alt- und Jungvögel (eventuell Pulli) sollen individuell ausgezählt werden, s. unten. Für weitere Einzelheiten und Hilfe bei der Bestimmung der Altersklassen ist ein Leitfaden verfügbar auf den Projektseiten der NOV und NWO.

Übermittlung der Daten

  • Teilnehmer an der WVZ/WWZ bzw. Gänsezählungen benutzen bitte ‒ sofern für Ihr Zählgebiet verfügbar ‒ die Module „Wasservogelzählung“ oder „Rastende Gänse und Schwäne (Feldzählung)“  in ornitho.de zur Eingabe. Beachten Sie allerdings, dass bei einer WVZ dann auch tatsächlich alle Wasservogelarten erfasst werden sollen!  
  • Außerhalb der Zählgebietskulisse (oder wenn ihr Zählgebiet noch nicht in ornitho.de enthalten ist) melden Sie Ihre Zählergebnisse bitte „ganz normal“ als Einzelbeobachtungen über ornitho.de (also in NRW ähnlich wie in den letzten Jahren). Bei Nullzählungen tragen Sie einfach Graugans mit Bestand = 0 ein.
    Wichtig: In der Eingabemaske in ornitho.de unter "Weitere Informationen" bitte als Erfassungsprojekt "SoGaNRW/NI-20" auswählen. In NaturaList können sie das Erfassungsprojekt über die Schaltfläche "Erf.projekt" auswählen. Mit dem Erfassungsprojekt lassen sich die Daten bei der Auswertung einfacher zuordnen. Informationen zum Habitat können Sie nachträglich am PC eingeben.
  • Bei der Zählung sollen so gut es geht die Altersklassen getrennt erfasst werden, also adulte Tiere, flügge Jungvögel (1. Kalenderjahr) und nicht-flügge Jungvögel (Pullus), bei Höckerschwänen auch immatur. Es ist kein Problem, wenn das nur bei einem Teil des Trupps klappt! Wichtig ist, dass alle Altersklassen eingetragen werden, die Sie festgestellt haben.
    Beispiel: Unter 100 Graugänsen haben Sie 20 flügge Jungvögel und 40 Altvögel differenziert. Sie geben dann als Gesamtzahl 100 und unter den Detailangaben 40x adult und 20x 1. KJ / diesjährig an.
  • Weitere Einzelheiten sind als Infoblatt auf ornitho.de verfügbar. Weitere hilfreiche Informationen zur Verwendung der App finden Sie unter http://www.ornitho.de/index.php?m_id=20033.

Natürlich ist auch der Meldeweg über einen Zählbogen möglich (s. dazu die oben erwähnten Projektseiten).

Mitmachen?

Wer Interesse an einer Mitarbeit hat und in den letzten Jahren noch nicht an der Zählung teilgenommen hat, möge sich in NRW bitte vorab bei Kees Koffijberg von der NWO (kees.koffijberg@t-online.de) melden, so dass Doppelerfassungen möglichst vermieden werden. Für Niedersachsen ist der Ansprechpartner Dr. Markus Nipkow von der Staatlichen Vogelschutzwarte (markus.nipkow@nlwkn-h.niedersachsen.de).

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Kees Koffijberg, Markus Nipkow und das Team von ornitho.de

 

Foto: Hans Glader

aufgegeben von Nikolas Prior
 
Dienstag, 7. Juli 2020
avinews
Vögel in Deutschland aktuell: Rückblick auf das Frühjahr 2020

In der Juli-Ausgabe von DER FALKE blicken wir auf das vogelkundliche Geschehen im Frühjahr 2020 zurück. Das Coronavirus hat weltweit weitreichende Veränderungen hervorgerufen. Die Vogelbeobachtung war und ist allerdings weitgehend uneingeschränkt möglich und für die Monate März bis Mai wurde bei ornitho.de sogar ein besonderer Anstieg der Meldeaktivität registriert.

Anders als in den letzten Jahren widmen wir uns der Ankunft der Zugvögel diesmal kartographisch. Wir nutzen Isolinien als Darstellungsverfahren und machen den Fortschritt einiger Arten in Richtung ihrer Brutgebiete Tag für Tag sichtbar. Im Vergleich mit dem Vorjahr lassen sich interessante Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede feststellen. Die neue Form der Darstellung wird in Zukunft sicher noch spannende Analysen ermöglichen, insbesondere in Kombination mit Wetterdaten.

Einen speziellen Blick widmen wir darüber hinaus dem Frühjahrsdurchzug der Zwergmöwe. Dieser verläuft hierzulande sehr konzentriert innerhalb weniger Tage ab. Der Großteil der Vögel nutzt dabei einen Korridor von der südlichen Nordsee über die Seen im Osten Schleswig-Holsteins bis nach Mecklenburg-Vorpommern. Aber einige Tausend Zwergmöwen rasten auch regelmäßig tief im Binnenland. Wir schauen uns den Binnenland-Durchzug 2020 genauer an.

Spektakulär verlief das Frühjahr 2020 hinsichtlich der entdeckten Seltenheiten. Nicht nur besonders viele eigentlich sehr selten in Deutschland zu beobachtende Arten wurden festgestellt, sondern gleich mehrere Arten wurden auch in ungewöhnlich großer Zahl gemeldet. Dies gilt vor allem für Rallenreiher und Zitronenstelzen, die jeweils an zahlreichen Stellen entdeckt wurden. Erstmals für Deutschland wurde ein Mongolenregenpfeifer festgestellt. Habichtsadler, Kleiner Gelbschenkel und viele weitere Raritäten lieferten ausreichend „Gesprächsstoff“ für unseren Überblick.

Den Beitrag „Vögel in Deutschland aktuell: Frühjahr 2020 – Ankunft der Zugvögel auf neuen Wegen, Zwergmöwen im Eiltempo und bemerkenswerte Seltenheiten“ können Sie hier als PDF herunterladen. Alle weiteren bisher erschienenen Beiträge mit direktem ornitho-Bezug finden Sie unter Publikationen und Auswertungen.

Das komplette Falke-Heft 07/2020 mit vielen weiteren Beiträgen u.a. über Fake-News über angebliche Geier-Attacken, Turteltauben in Ägypten, Bestandsrückgänge bei Stuttgarter Mehlschwalben, Mauersegler, das Birdrace 2020, Zistensänger und Mittelmeermöwen als Vogeljäger können Sie über die Internetseite von Der Falke beziehen. Der Falke finden Sie auch im gutsortierten Zeitschriften-Handel.

Viel Spaß beim Lesen wünscht das Team von ornitho.de und ornitho.lu!

aufgegeben von Christopher König
 
Mittwoch, 1. Juli 2020
tipnews
Erfassung des Alpensegler-Brutbestandes 2020 – Machen Sie mit!

Mitte der 1950er-Jahre siedelte sich der große weißbäuchige Segler spontan in Freiburg im Breisgau an und gründete die seinerzeit weltweit nördlichste Kolonie. Lange blieb die "Schwarzwaldhauptstadt" der einzige Brutort in Deutschland; erst ab Ende der 1980er kam es zu weiteren Ansiedlungen. Inzwischen ist Karlsruhe erreicht und damit der nördlichste Brutplatz. Einzelne Beobachtungen weiter nördlich lassen vermuten, dass entlang des Oberrheins demnächst weitere Ansiedlungen erfolgen könnten. Auch in Bayern haben sie in 2019 einen Sprung nach Norden gemacht: Nach Lindau und Sonthofen ist Memmingen der dritte Brutplatz im weiß-blauen Bundesland.

Für die Saison 2020 bitten wir erneut alle Melderinnen und Melder um Hilfe bei der Erfassung. Dabei kommt es besonders darauf an, wo genau die "Weißbäuche" zuhause sind, also exakte Verortung auf der Karte. Bitte benennen Sie die besiedelten Gebäude: Kirche, Schule, Krankenhaus, Behördensitz usw., bei Wohngebäuden Straße und Hausnummer. Bitte geben Sie einen passenden Brutzeitcode ein und nutzen Sie bei der Eingabe das Koloniebrüter-Tool!

Die meisten Alpenseglernester sind nicht einsehbar, ob erfolgreich gebrütet wurde, lässt sich jedoch akustisch oft festzustellen. Während der achtwöchigen Nestlingszeit betteln die Jungen bei jeder Landung eines Altvogels; anfangs ein leises Zischen, bei Heranwachsen wird daraus ein lautes Fauchen, das selbst bei Straßenlärm und aus einer Distanz von 20 Metern gut hörbar ist. Mit etwas Übung erkennt man rasch, ob ein- oder mehrstimmig gebettelt wird. Der Juli ist entscheidend, aber auch im August und eventuell sogar noch im September können erfolgreiche Bruten kartiert werden.

Abgesehen von den genannten Orten haben sich in Baden-Württemberg mittlerweile etliche Kolonien etabliert: Waldshut, Lörrach, Tuttlingen, Sigmaringen, Gundelfingen, Emmendingen, Ettenheim, Lahr, Offenburg, Achern, Bühl, Bad Säckingen und Stuttgart. Eine gezielte Nachsuche könnte sich auch in anderen Orten lohnen.
 In diesem Jahr wurden bereits in Gernsbach im Murgtal/Kreis Rastatt erstmalig Alpenseglerbruten nachgewiesen.

Wir freuen uns auf Ihre Meldungen und danken Ihnen für Ihre Unterstützung!

Jan Daniels-Trautner und Matthias Schmidt

 

Foto: Wolfgang Faulhammer

aufgegeben von Christopher König
 
Dienstag, 23. Juni 2020
tipnews
„Vögel in Deutschland – Erfassung von Brutvögeln“ erschienen

Die neue Ausgabe von „Vögel in Deutschland“ widmet sich der Erfassung der Brutvögel. Den Einstieg bildet die Meldung von Gelegenheitsbeobachtungen während der Brutzeit auf ornitho.de und wie Sie z.B. durch die bewusste Vergabe von Brutzeitcodes oder das Notieren aller festgestellten Arten auf Beobachtungslisten dazu beitragen können, unsere Kenntnisse über die Brutverbreitung von Arten, aber auch zu brutbiologischen Fragestellungen zu erweitern. Für die derzeit laufenden Programme des Brutvogelmonitorings wird beschrieben, welche Voraussetzungen für die Mitwirkung erfüllt sein müssen.

Für den Einstieg in das Monitoring seltener Brutvögel (MsB) kann dies zum Beispiel bereits die sichere Bestimmung einer einzelnen Art wie der Uferschwalbe sein, für die die Kartierphase übrigens erst am 11. Juli beginnt. Das Monitoring häufiger Brutvögel (MhB) erfordert dagegen die sichere Bestimmung aller vorkommenden Arten, optisch und akustisch. In diesem Jahr war es erstmals möglich, das MhB digital mithilfe der „Kartier-Erweiterung“ von NaturaList durchzuführen. Auch die neu konzipierten Teilprogramme im MsB können per App durchgeführt werden. Auf diesen bedeutenden Schritt im bundesweiten Brutvogelmonitoring gehen wir ebenfalls ein. Auch die Arbeit der Avifaunistischen Kommissionen wird beleuchtet, die sich um die sehr selten auftretenden Arten wie die Zwergohreule kümmern. Wir hoffen, dass uns mit der Broschüre ein vor allem zur Beteiligung anregender, kompakter Überblick über die derzeit unter dem Dach des DDA laufenden Aktivitäten für die Brutvögel gelungen ist.

„Vögel in Deutschland: Erfassung der Brutvögel“ steht als PDF-Datei zum Download bereit unter dda-web.de/vid

Alle Mitarbeitenden am Vogelmonitoring (Brut- und Rastvögel) erhalten das 60-seitige Heft über die Koordinationsstellen in den Bundesländern oder die landesweiten Fachverbände in gedruckter Form.

Wer die Publikation darüber hinaus in Heftform sein eigen nennen möchte, kann sie zum Preis von 9,80 Euro zzgl. Versandkosten über den DDA-Schriftenversand beziehen: 0251 / 21 01 40 0 oder schriftenversand@dda-web.de

Das neue Heft ist damit das Pendant zu „Vögel in Deutschland – Erfassung rastender Wasservögel“. Dieses ist als PDF und auch weiterhin in gedruckter Form erhältlich.
 

aufgegeben von Johannes Wahl
 
Donnerstag, 4. Juni 2020
avinews
Aufgepasst: Erneuter Einflug von Rosenstaren!

Ab Mitte Mai 2018 kam es in Europa zu einem auffälligen Einflug von Rosenstaren. Deutschland wurde damals aber leider nur gestreift. Nun machen seit einigen Tagen erneute Meldungen über westwärts gerichtete Vorstöße dieser nomadisch lebenden Steppenvögel Südosteuropas und Mittelasiens die Runde. Bis zu 50 Vögel wurden an einzelnen Stellen in Österreich und Norditalien registriert, insgesamt sind wohl Tausende auf dem Weg in Richtung Westen.

Hierzulande wurde der erste Rosenstar des Jahres am 27. Mai an einem Starenschlafplatz bei Freiburg im Breisgau entdeckt, seitdem folgten täglich weitere Beobachtungen vorrangig in Süddeutschland. Der größte bislang festgestellte Trupp mit 15 Individuen wurde am 2. Juni in den Chiemgauer Alpen bei Ruhpolding gemeldet. Bislang konzentieren sich die Beobachtungen auf Bayern und Baden-Württemberg. Dass auch weiter nördlich auf Rosenstare geachtet werden sollte, zeigen aber weitere Beobachtungen in Hessen sowie auf Helgoland und Amrum. Auch in den benachbarten Niederlanden, Belgien und Dänemark ist der Einflug bereits bemerkt worden, ebenso in Frankreich und Großbritannien. Die stärksten Konzentrationen zeigen sich im Bereich südich der Alpen.

Auf Karten der internationalen ornitho-Portale lässt sich der Fortschritt des Einflugs stets aktuell nachvollziehen:

Es ist davon auszugehen, dass sich derzeit weitere Rosenstare noch unentdeckt in Deutschland aufhalten und weitere folgen werden. Da es sich bei den am Einflug beteiligten Vögeln um vorjährige und ältere Vögel handelt, sind die rosa-schwarz gefärbten Vögel recht auffällig. Starenschwärme sollte man in diesen Tagen also genauer unter die Lupe nehmen. Die Chancen auf die Entdeckung eines Rosenstares stehen gut! Vor allem beim Einflug an bekannten Schlafplätzen (natürlich ohne die Vögel zu stören) können hell herausleuchtende Rosenstare gut entdeckt werden. Und auch in Obst- und Weinbaugebieten könnten sich Rosenstare einfinden. Gern werden Kirschen, Maulbeerbäume und Kulturen reifender kleinbeeriger Trauben geplündert.

Wenn Sie einen Rosenstar entdeckt haben, fertigen Sie möglichst Belegfotos an und melden Sie die Beobachtung zeitnah bei ornitho.de, um einen laufenden Überblick über die Entwicklung des Einflugs zu ermöglichen. Bitte denken Sie im Nachgang außerdem an eine Dokumentation Ihrer seltenen Entdeckung bei der Deutschen Avifaunistischen Kommission.

Wir hoffen, dass der Rosenstar-Einflug sich in Deutschland diesmal etwas stärker und länger bemerkbar macht als 2018 und am Ende mehr als ein „Hauch von Rosa“ zu bemerken ist.

Viel Erfolg bei der Suche nach den rosa-schwarzen Staren wünscht
das Team von ornitho.de

 

Foto: Rosenstar auf Helgoland. O. Käseberg, 31.5.2020

aufgegeben von Christopher König
 
Mittwoch, 3. Juni 2020
avinews
Landesweite Kartierung der Turteltaube in Bayern

Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) koordiniert aktuell im Auftrag des Landesamtes für Umwelt (LfU) eine bayernweite Kartierung der Turteltaube und sucht hierfür dringend ehrenamtliche Kartierer. Falls Sie Zeit und Lust haben, ein TK/4 zu übernehmen, wenden Sie sich bitte umgehend an simon.niederbacher@lbv.de. Eine Anleitung zur Kartierung finden Sie hier als PDF.

Auch falls Sie nicht aktiv an der Kartierung teilnehmen möchten, können Sie uns dennoch unterstützen. Wir würden Sie bitten, alle Turteltauben, die Sie aktuell in Bayern beobachten oder in den letzten Wochen beobachtet haben, hier auf ornitho.de zu melden und dabei das Erfassungsprojekt „Turteltauben-Kartierung Bayern 2020“ auszuwählen (nur so können die Daten bei der Auswertung berücksichtigt werden).

Ebenso wichtig für die Auswertung sind Null-Meldungen. Wenn Sie ein Gebiet gut kennen und sich sicher sind, dass dort keine Turteltauben (mehr) vorkommen, geben Sie bitte für den jeweiligen Rastermittelpunkt des Halbminutenfeldes (blaue Punkte mit rotem Ring) eine Beobachtung der Turteltaube mit der Zahl „0“ ein, wobei Sie bitte auch wieder das oben genannte Erfassungsprojekt auswählen.

Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

Simon Niederbacher & Dr. Thomas Rödl

P.S.: Alle Beobachtungen des Vogels des Jahres 2020 finden sie auch auf einer Verbreitungskarte im Menü unter "Vögel in Deutschland -> Verbreitung -> Turteltaube 2020".

Foto: Michael Radloff

aufgegeben von Nikolas Prior
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