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Freitag, 3. Dezember 2021
technews
Neue Anleitung zur Nutzung der ornitho-App ''NaturaList''

Fast die Hälfte aller Beobachtungen wird inzwischen über mobile Endgeräte gemeldet - Tendenz weiter stark steigend. Die Eingabe per Smartphone oder Tablet unmittelbar nach der Beobachtung direkt im Gelände bringt viele Vorteile mit sich. Statt die eigenen Sichtungen erst auf Papier zu notieren und später am heimischen PC in ornitho.de nachzutragen, ersetzt NaturaList heute das Notizbuch.

Die Handhabung von NaturaList ist übersichtlich gestaltet und weitgehend intuitiv. Dennoch ist es sinnvoll, sich mit den verschiedenen Funktionen z.B. zur Einstellung der App vertraut zu machen und die unterschiedlichen Eingabemöglichkeiten zu kennen. In jüngster Zeit sind hier einige neue Funktionen hinzugekommen. Aus diesem Grund haben wir eine neue Anleitung für NaturaList erstellt, die im Falle von Weiterentwicklungen der App künftig laufend aktualisiert wird. Nicht nur Personen, die die App bislang noch nicht genutzt haben, auch bereits mit der mobilen Dateneingabe vertraute Beobachter:innen werden darin Hinweise entdecken, die die Nutzung vereinfachen und den Wert der gemeldeten Beobachtungen noch weiter erhöhen kann.

Die Überarbeitung der Anleitung wurde als Teil eines Projektes realisiert, das von der Stöckmann-Stiftung gefördert wurde und die Erweiterung der Android-Version von NaturaList um die Eingabe von Verhaltensangaben (Zug, Rast, Gesang etc.) sowie zum (Rast)Habitat zum Ziel hatte. Diese neue Funktion, die Sie in der App unter "Weitere Details" finden, haben wir in der Dezember-Ausgabe von "Der Falke" beschrieben. In diesem Beitrag gehen wir allgemein auf den Wert von Zusatzangaben bei Vogelbeobachtungen ein. Der Beitrag finden Sie hier als PDF.

Die neue Anleitung für die ornitho-App NaturaList sowie Links zur Android- sowie der Betaversion für iOS finden Sie hier:

>>> Weitere Informationen zu NaturaList <<<

aufgegeben von Christopher König
 
Mittwoch, 1. Dezember 2021
avinews
DDA-Adventskalender 2021 mit Rätseln und Verlosung

Öffnen Sie ab heute jeden Tag auf www.dda-web.de/adventskalender ein Türchen unseres DDA-Adventskalenders und machen Sie mit bei unserem Adventsrätsel! Tag für Tag suchen wir nach einem bestimmten Rekordhalter aus unserer Vogelwelt und präsentieren am Folgetag die Lösung, gespickt mit weiteren Informationen zu der Art und Hinweise auf Projekte und die Arbeit unseres Verbands.

Aus Buchstaben der Vogelnamen, die sich hinter den Türchen verstecken, ergibt sich am Ende ein Lösungswort. Wer die richtige Lösung weiß, kann uns diese bis einschließlich 31.12.2021 mit Anschrift an advent@dda-web.de zusenden. Unter allen Einsendungen (unabhängig vom Tag der Einsendung) verlosen wir 10 DDA-Wandkalender „Vogellyrik 2022“ sowie 10 Jubiläumstassen „10 Jahre ornitho.de. Alle Einsendungen des korrekten Lösungswortes erhalten außerdem im Januar 2022 einen Rabatt-Code unseres Partners Orniwelt. Die Teilnahme ist ausschließlich per E-Mail möglich.

Besuchen Sie nun also am besten täglich unseren Adventskalender und öffnen Sie Türchen für Türchen zu spannenden Infos aus der Vogelwelt! Wir wünschen Ihnen außerdem viel Glück bei der Verlosung!

Das Team des DDA wünscht Ihnen schon jetzt eine schöne Vorweihnachtszeit!

aufgegeben von Christopher König
 
Dienstag, 30. November 2021
avinews
Bruterfolg des Zwergschwans 2021: europaweite Erfassung des Jungvogelanteils am 11./12. Dezember

Am Wochenende 11./12. Dezember findet - wie schon in den vergangenen Jahren - eine europaweite Erfassung des Jungvogelanteils beim Zwergschwan statt. In den vergangenen Jahren konnten wir dank des gut etablierten Zählernetzwerkes jeweils eine große Stichprobe beitragen. Wir hoffen, dass dies auch in diesem Jahr wieder gelingt: Aufgrund der bislang milden Witterung halten sich wieder viele Zwergschwäne bei uns auf (s. Karte). Die Erfassung findet wie immer zum Termin der Mittmonatszählung im Dezember statt.

Jungvogelanteil ‒ ein wichtiger Fingerzeig für die Populationsentwicklung

Der Jungvogelanteil in den Trupps überwinternder Gänse und Schwäne ist ein guter Indikator für den Bruterfolg im zurückliegenden Sommer in den arktischen Brutgebieten und – neben der Überlebensrate der Altvögel sowie der Zu- und Abwanderung – ein wichtiger Parameter, wenn es darum geht, die Entwicklung einer Population zu analysieren. Eine der wenigen Gänse- und Schwanenarten, die derzeit einen negativen Bestandstrend aufweist, ist der Zwergschwan. Eine der Ursachen ist ein seit den 1990er-Jahren geringer Bruterfolg. Allein in den letzten 10 Jahren wurden im Mittel lediglich 9 % Jungvögel erfasst. Wodurch der geringe Bruterfolg bedingt ist, ist allerdings noch nicht ganz geklärt, könnte aber unter anderem mit den Nahrungsbedingungen an den letzten Zwischenrastplätzen zusammenhängen, bevor die Vögel die Brutgebiete erreichen.

Die Ergebnisse zur europaweiten Erfassung zum Bruterfolg des Zwergschwans 2020 können Sie hier als PDF herunterladen.

Ganz herzlichen Dank allen, die mit ihren Meldungen zu diesen großen Stichproben aus Deutschland beigetragen haben!

Neben dem Jungvogelanteil sollte – wie für viele mittlerweile ebenfalls Standard – auch das Nahrungshabitat erfasst werden. Wer etwas mehr Zeit hat und eine interessante Herausforderung sucht, findet diese in der Ermittlung der Familiengröße. Hinweise, wie diese und die anderen Informationen in ornitho.de bzw. in NaturaList einzutragen sind, finden Sie untenstehend. Wir haben diese aber auch in einer bebilderten Kurzanleitung zusammengefasst, die Sie HIER herunterladen können.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Axel Degen (bundesweiter Koordinator), Nikolas Prior (DDA) und Wim Tijsen (int. Koordinator)

 

Hinweis: Um mehr über den Bestandsrückgang der Zwergschwäne zu erfahren und der besonderen Verantwortung Deutschlands für diese Art gerecht zu werden, wurde im November 2020 das Projekt „Zwergschwan: Schutzkonzept für eine bedrohte Zugvogelart in Deutschland“ gestartet. Gefördert wird das Projekt im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums. Auch der DDA und seine Partnerverbände NOV, OAMV und OAGSH beteiligt sich an diesem Projekt unter der Leitung des Michael-Otto-Institut im NABU. Mehr dazu erfahren sie unter: 
https://bergenhusen.nabu.de/forschung/winter-und-rastvoegel/index.html

 

Eintragung von Alter, Familiengröße und Nahrungshabitat:

Die nachfolgenden Hinweise gelten auch für alle übrigen Schwanen- und Gänsearten sowie Kraniche.

  • Tragen Sie die Informationen zum Alter in den dafür vorgesehenen Feldern unter den optionalen Angaben ein (und nicht in den Bemerkungsfeldern, die sich kaum auswerten lassen)!
  • Bitte machen Sie immer Angaben zu allen beobachteten Altersklassen. Beispiel: Sie haben einen Trupp von 28 Zwergschwänen nach Alter differenziert und 23 Alt- und 5 Jungvögel ermittelt. Wenn Sie nun lediglich die 5 Jungvögel eintragen, dann kann das bedeuten, dass die übrigen Tiere Altvögel waren, aber auch, dass unter den 28 Vögeln unter anderem 5 Jungvögel beobachtet wurden. Der Rückschluss, alle übrigen sind Altvögel, wäre dann falsch. Solche Datensätze können deshalb bei Auswertungen nicht berücksichtigt werden.
    Ein Grund, weshalb immer wieder nur die Jungvögel angegeben werden, mag darin liegen, dass nur zunächst eine Zeile bei den Details zum Alter und Geschlecht angegeben ist. Um das andere Geschlecht oder weitere Altersklassen anzugeben, klicken Sie bitte auf „Detailangaben für weitere Vögel anfügen“. Alternativ finden Sie darunter ein Feld, über das Sie die Detailangaben sehr schnell und einfach eintragen können. Mit einem Klick in das Feld öffnet sich ein Hinweis, wie die Detailangaben in das Feld eingetragen werden müssen.
  • Bitte vermeiden Sie die Angabe „immatur“, wenn das Alter genauer angegeben werden kann. Für Vögel aus der vorhergehenden Brutzeit verwenden Sie bitte bis zum 31. Dezember eines Jahres die Kategorie „1. KJ / diesjährig“ (und ab dem 1. Januar „2. KJ / vorjährig“). Wer Altvögel von zwei- bis dreijährigen Vögeln unterscheidet, sollte diese als weitere Kategorie gesondert angeben.
  • Die Altersverhältnisse unterscheiden sich zwischen kleinen und großen Trupps. Kleine Trupps oder einzelne Familien, die sich z.B. bei Schwänen fast auf einen Blick differenzieren lassen, haben durchschnittlich einen höheren Jungvogelanteil. Bitte differenzieren Sie unbedingt auch größere Ansammlungen. Diese Informationen sind notwendig, damit es nicht zu einer Überschätzung des Jungvogelanteils kommt.
  • Machen Sie Altersangaben auch dann, wenn ein Trupp nur aus Alt- oder Jungvögeln besteht! Mitunter hatten wir den Eindruck, dass vor allem Trupps gemeldet wurden, die beide Altersklassen enthielten.
  • Die Familiengröße bei Gänsen und Schwänen ist ebenfalls eine interessante Information. Falls Sie diese ermitteln, geben Sie diese bitte im Bemerkungsfeld wie folgt an: Familien: 3x1, 4x2, 1x5 Juv.
    Bitte melden Sie die Familiengröße nur, wenn Sie sich bei der Bestimmung sicher sind!

Rast- oder Nahrungshabitat

  • Bei in der Agrarlandschaft rastenden Vögeln (v.a. Gänsen, Schwänen, Kranichen und Limikolen) ist das Rast- oder Nahrungshabitat eine wichtige Zusatzinformation. Falls Sie dieses bestimmen können, tragen Sie es bitte unter den Optionalen Angaben bei „(Rast)Habitat“ ein. Im Gegensatz zu Angaben unter „Bemerkungen“ können diese Angaben dann direkt ausgewertet werden. Bei Gänsen und Schwänen unterscheiden sich z.B. die Jungvogelanteile zwischen verschiedenen Habitaten. Auch deshalb ist die Angabe des Habitats wertvoll und wichtig.
  • Bitte machen Sie auch möglichst bei „Präzisierung der Beobachtung“ eine Angabe, so dass eindeutig zwischen rastenden und ziehenden / überfliegenden Vögel unterschieden werden kann. Bei ziehenden Vögeln ist auch die Uhrzeit eine wichtige Information. Diese können Sie direkt hinter dem Datum mit Leerzeichen getrennt angeben, z.B. 23.11.2013 09:00
  • Nicht immer ist die Unterscheidung zwischen „Nahrung suchend“ und „rastend / ruhend“ eindeutig möglich. Im Zweifelsfalle sollten Sie „Nahrung suchend“ eingeben, auch wenn ein Teil des Vogeltrupps zum Beobachtungszeitpunkt ruht. Nicht hilfreich ist es, für einen zusammenhängenden Rasttrupp zwei Datensätze anzulegen, die sich lediglich in der Präzisierung der Verhaltensweise unterscheiden. Gleiches gilt für Anteile eines zusammenhängenden Rasttrupps, die sich über eine Parzellengrenze hinweg bewegen und daher zwei verschiedene Habitate nutzen. Hier sollten Sie das vorrangig genutzte Habitat eingeben. Separate Trupps in größeren Gebieten sollten hingegen möglichst mit exakter Lokalisierung getrennt eingegeben werden.

Eine bebilderte Kurzanleitung zur Dateneingabe über ornitho.de und NaturaList können Sie hier als PDF herunterladen.

Foto: Jörn Clausen, 8.11.2015, Oppendorfer Fledder

aufgegeben von Nikolas Prior
 
Dienstag, 23. November 2021
tipnews
DDA-Wandkalender ''Vogellyrik 2022''

Wir begleiten Sie Monat für Monat durch das Vogeljahr. Der Wandkalender mit Gedichten von Manfred Lieser und Gemälden des renommierten Vogelmalers Paschalis Dougalis, bekannt aus dem Atlas Deutscher Brutvogelarten, ist jetzt beim Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) e.V. bestellbar. Der Kalender mit den Maßen 29,7 cm x 29,7 cm bietet außerdem umfassende Informationen aus verschiedenen Bereichen unserer gemeinnützigen Arbeit zur Erfassung der Vogelwelt und im Vogelschutz, die aus den Einnahmen gefördert wird. Wir würden uns freuen, Sie im kommenden Jahr durch die Monate begleiten zu dürfen!

Einen Eindruck des Kalenders bieten wir Ihnen mit einer online durchblätterbaren Version.

Der Kalender ist beim DDA-Schriftenversand für 19,80 € zzgl. 5,90 € Versand erhältlich.

Bestellung unter:
DDA-Schriftenversand
An den Speichern 2, 48157 Münster
Tel: 0251 / 2101400
E-Mail: schriftenversand@dda-web.de

aufgegeben von Christopher König
 
Montag, 15. November 2021
tipnews
ornitho-Jubiläumstasse jetzt bestellen und ornitho.de unterstützen!

10 Jahre ornitho.de – dieses Jubiläum haben wir im Rahmen einer Online-Tagung gebührend begangen. Als Andenken an dieses Jubiläum und die ersten zehn Jahre ornitho.de gibt es nun eine Jubiläumstasse. Ganz gleich ob Kaffee oder Tee – ornitho.de wird damit zum Begleiter beim Frühstück und im Büro. Auch als Weihnachtsgeschenk lässt sich damit vielen eine Freude machen. Denn mit der Tasse unterstützen Sie ornitho.de direkt!

Wer die Tasse auf 10 Jahre ornitho.de heben und damit seine Unterstützung für das Portal zum Ausdruck bringen möchte, kann ab sofort für 30 Euro ‒ inkl. 15 Euro zugunsten von ornitho.de ‒ die Jubiläumstasse über bestellung@dda-web.de erwerben.

Wer schon ausreichend Tassen im Schrank hat, aber dennoch ornitho.de zu weiteren Höhenflügen verhelfen möchte, kann das auch jederzeit mittels einer Spende tun.

Bestellung unter:

DDA-Schriftenversand
An den Speichern 2, 48157 Münster
Tel: 0251 / 2101400
E-Mail: bestellung@dda-web.de

Die Tasse wurde im Rahmen der Jubiläumstagung „10 Jahre ornitho.de“ vorgestellt. Sie haben die Tagung verpasst oder konnten nicht dabei sein? Die einzelnen Vorträge sind dauerhaft unter dem folgenden Link bei YouTube verfügbar:

>>> Link zur Aufzeichnung der Jubiläumstagung <<<

aufgegeben von Christopher König
 
Donnerstag, 11. November 2021
avinews
„Seltene Vögel in Deutschland 2019“ erschienen

Mit der jüngst veröffentlichten neunten Ausgabe der Reihe „Seltene Vögel in Deutschland“ folgt ein weiterer umfassender Überblick über das Auftreten von Seltenheiten in Deutschland. Kernbeitrag des 80 Seiten umfassenden Heftes ist die Zusammenstellung der Nachweise seltener Vogelarten in Deutschland im Jahr 2019. Zu den Höhepunkten dieses Jahrgangs gehören der erste Nachweis eines Rotlappenkiebitzes für Deutschland und Europa sowie der erste als Wildvogel eingestufte Nachweis einer Bergkalanderlerche. Bemerkenswert sind darüber hinaus u.a. Nachweise von Blutspecht, Bindenstrandläufer und Pazifiktrauerente. Diese und mehrere hundert weitere Nachweise werden detailliert und mit zahlreichen Fotos und ergänzenden Grafiken und Karten präsentiert.

Das Auftreten seltener nearktischer Watvögel liefert häufig Anlass zu Diskussionen zu Herkunft und Ursachen für das Erscheinen. Anhand einer Auswertung aller Nachweise seltener nearktischer Limikolenarten in Deutschland im Zeitraum 1977-2018 haben Till Jonas Linke und Jochen Dierschke das zeitliche und räumliche Auftreten sowie die Altersstruktur dieser Arten analysiert. Alle insgesamt 15 in Deutschland nachgewiesenen nearktischen Limikolenarten werden behandelt, darunter Weißbürzel-Strandläufer und Grasläufer als fast alljährliche Gäste ebenso wie große Ausnahmeerscheinungen wie Prärieläufer und Sandstrandläufer.

Das Auftreten des Graubrust-Strandläufers als häufigste Limikolenart mit potenziell nearktischer Herkunft wird von Till Jonas Linke in einem separaten Beitrag behandelt und ebenfalls zeitlich und räumlich nach Alter differenziert analysiert. Der Beitrag geht dabei auch auf die Entwicklung der Nachweiszahlen seit dem Erstnachweis 1956 ein und diskutiert, ob sich bei den in Deutschland beobachteten Graubrust-Strandläufern eher um Amerikaner oder Sibirier handelt.

Mit dem bemerkenswerten Nachweis einer Bergkalanderlerche am 8. September 2019 beschäftigt sich ein Artikel des Entdeckers Thomas Kuhn. Der bis zum 25. September im Norden Bayerns rastende Vogel stellt den zweiten Nachweis für Mitteleuropa dar. Der Nachweis wird räumlich und zeitlich in das Auftretensmuster weiterer europäischer Nachweise eingeordnet. Ein Absatz widmet sich außerdem der Haltung von Bergkalanderlerchen in Gefangenschaft in Europa und der Einordnung des aktuellen Nachweises, der zur Aufnahme dieser Art in die Deutsche Artenliste führt.

Sogar noch außergewöhnlicher war die Beobachtung eines Rotlappenkiebitzes am 31. Mai 2019 im Westen Bayerns - nie zuvor war diese asiatische Art in Europa festgestellt worden. Anhand eindeutiger Fotos ließ sich verfolgen, dass dasselbe Individuum zwei Wochen zuvor in Kroatien fotografiert worden war. Die Reise ließ sich über Belgien und die Niederlande auch nach dem Zwischenstopp in Bayern noch ein Stück verfolgen. Entdeckter Leon Wischenbarth erzählt die Geschichte von dieser einmaligen Beobachtung. Es wird darüber hinaus auf das Zugverhalten der Art eingegangen, die Wanderroute dieses Individuums beschrieben und der Nachweis eingeordnet. Die offizielle Einstufung dieses Nachweises durch die „Kommission Artenliste der Vögel Deutschlands“ der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft steht in diesem Fall noch aus.

Die ansprechend gestaltete und reich bebilderte neunte Ausgabe von „Seltene Vögel in Deutschland“ kann zum Preis von 9,80 € zzgl. Versandkosten bestellt werden bei:

DDA-Schriftenversand
An den Speichern 2, 48157 Münster
Tel: 0251 / 2101400
E-Mail: schriftenversand@dda-web.de
Internet: www.dda-web.de/publikationen

Die Reihe ist auch im Abonnement erhältlich. Eine Ausgabe kostet dann 7,50 € zzgl. Versandkosten. Sollten Sie die ersten Ausgaben noch nicht kennen, können Sie diese jetzt zum reduzierten Preis von nur jeweils 5,00 € zzgl. Versandkosten erwerben.

Mit dem Erscheinen des neunten Bandes von „Seltene Vögel in Deutschland“ möchten wir Ihnen außerdem auch wie gewohnt den Seltenheitenbericht der letzten Ausgabe „Seltene Vögel in Deutschland 2018“ kostenlos als PDF anbieten. Eine Übersicht der Seltenheitenberichte der DAK finden Sie hier.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Deutsche Avifaunistische Kommission

aufgegeben von Christopher König
 
Mittwoch, 10. November 2021
avinews
Vogelwelt aktuell: Rückblick auf den Sommer 2021

In der November-Ausgabe von DER FALKE blicken wir auf das vogelkundliche Geschehen im Sommer 2021 zurück. Dieser war der regenreichste Sommer seit zehn Jahren. Besonders Mitte Juli gab es in Teilen Westdeutschlands extreme Regenfälle. Zugleich fielen die Monate Juni, Juli und August erneut deutlich zu warm aus. Rund 1,9 Millionen zwischen Juni und August bei ornitho.de gemeldete Vogelbeobachtungen bildeten die Grundlage unserer Auswertungen.

Einen speziellen Blick widmen wir diesmal dem Alpenbirkenzeisig. Anhand der ornitho-Daten zeigt sich bei dieser Art von 2017 auf 2018 ein auffälliger Rückgang. Wir haben die Meldungen zur Brutzeit 2018 bis 2021 mit der Verbreitung nach dem Atlas Deutscher Brutvogelarten verglichen und deutliche Unterschiede festgestellt.

So zahlreich wie noch nie wurden ab Juli hingegen Zwergscharben in Deutschland nachgewiesen. Seit der Jahrtausendwende hat sich diese Art zu einem alljährlichen, aber weiterhin seltenen Gast entwickelt. An mehreren Stellen wurden im Rahmen eines bislang beispiellosen Einflugs 2021 zweistellige Anzahlen festgestellt und den Rekord bildeten 35 Zwergscharben an einem Schlafplatz in Unterfranken. Wir haben den Einflug eingeordnet und mögliche Gründe diskutiert.

Aus den im Sommer 2021 festgestellten Raritäten sticht erneut ein deutscher Erstnachweis heraus: Eine asiatische Orientbrachschwalbe hielt sich über mehrere Wochen an der Nordseeküste auf. Darüber hinaus berichten wir in unserem Überblick u.a. von Beobachtungen von Purpurhuhn, Weißschwanzkiebitz, gleich mehreren Großen Schlammläufern, Bonapartemöwe und Pazifiksegler.

Den Beitrag „Vogelwelt aktuell: Sommer 2021 – Alpenbirkenzeisige auf dem Rückzug (?) und so viele Zwergscharben wie noch nie“ können Sie hier als PDF herunterladen. Alle weiteren bisher erschienenen Beiträge mit direktem ornitho-Bezug finden Sie unter Publikationen und Auswertungen.

Das komplette Falke-Heft 11/2021 mit vielen weiteren Beiträgen u.a. über 10 Jahre ornitho.de, Gefahren auf dem Zugweg von Uferschnepfen, Gänsesäger, den Schutz von Großtrappen in Deutschland, die Wahl zum Vogel des Jahres 2022 sowie zum Nationalpark Bayerischer Wald können Sie über die Internetseite von Der Falke beziehen. Der Falke finden Sie auch im gutsortierten Zeitschriften-Handel.

Viel Spaß beim Lesen wünscht das Team von ornitho.de und ornitho.lu!

aufgegeben von Christopher König
 
Freitag, 5. November 2021
technews
10 Jahre ornitho.de - Jubiläumstagung als Video verfügbar

Am 30. Oktober 2021 feierte ornitho.de sein 10-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass lud der DDA zu einer Online-Tagung ein, die per YouTube-Livestream öffentlich zugänglich war. Die Vorträge beleuchteten eine Vielzahl von Aspekten rund um Deutschlands größtes Citizen-Science-Portal, von der „Erfindung“ der ornitho-Portale, über den Werdegang von ornitho.de und aus den Daten gewonnene Ergebnisse und Erkenntnisse, der internationalen Einbindung in der „ornitho-Familie“ und im EuroBirdPortal, die besonders enge Partnerschaft mit Luxemburg bis hin zur Nutzung der Daten im Natur- und Artenschutz sowie der Öffentlichkeitsarbeit. Mehrere Hundert Personen verfolgten das abwechslungsreiche Vortragsprogramm oder riefen das verfügbare Video in den Tagen danach auf. „Schön, dass es ornitho.de gibt“, mit diesen Worten schloss ein Referent und brachte damit Vieles auf den Punkt. Dem ist aus unserer Sicht fast nichts hinzuzufügen ‒ außer einem ganz herzlichen Dank an alle, die zur gelungenen Tagung beigetragen haben und am beeindruckenden Werdegang von ornitho.de beteiligt waren.

Auf den Tag genau zehn Jahre zuvor wurde im Rahmen der Mitgliederversammlung des DDA symbolisch der Startknopf von ornitho.de gedrückt. Mit diesem Foto leitete Bernd Hälterlein, 1. Vorsitzender des DDA, die Tagung ein. Sabine Riewenherm, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, und Dr. Wolfgang Fiedler, Präsident der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft, stellten in ihren Grußworten die Bedeutung des Portals für die Avifaunistik in Deutschland heraus und unterstrichen, dass sich ornitho.de innerhalb weniger Jahre zu einem unverzichtbaren Instrument der Sammlung von Vogelbeobachtungen und für die Bereitstellung von Daten für Wissenschaft und Vogelschutz entwickelt hat.

Das fachliche Vortragsprogramm wurde unter der Moderation von Heiko Schmaljohann (Institut für Vogelforschung "Vogelwarte Helgoland") mit zwei Übersichtsvorträgen eingeleitet. Zunächst skizzierte Johannes Wahl (DDA) die Entwicklung von ornitho.de anhand von markanten Meilensteinen: Die Startphase mit dem Aufbau des Netzwerkes von Steuerungsgruppen, Regionalkoordinator:innen und Artspezialist:innen, die Etablierung von Beobachtungslisten als Form der Datenmeldung, die Einführung der App NaturaList im Dezember 2014 und schließlich die Integration des bundesweiten Vogelmonitorings in den letzten Jahren. Durch einen Blick zurück in die Zeit vor ornitho.de wurde deutlich, welch bedeutender Fortschritt die Einführung in der avifaunistischen Datenerfassung der Start von ornitho.de war. Abschließend gab es einen Blick hinter die Kulissen: Wer macht mit bei ornitho.de? Die Auswertungen zeigen u.a. mit einem steigenden Frauenanteil eine erfreuliche Entwicklung. Dass ein Projekt wie ornitho.de nur mit der Unterstützung sehr vieler Engagierter und Partner möglich ist, verdeutlichte die umfangreiche Danksagung.

Viele Aspekte des einführenden Vortrags sind in der November-Ausgabe von „Der Falke“ zusammengefasst. Der Beitrag von J. Wahl und C. König ist als PDF frei verfügbar. Gedruckte Hefte sind über die Falke-Homepage sowie im gut sortierten Zeitschriften-Handel erhältlich.

Der anschließende Vortrag von Christopher König (DDA) beleuchtete unter dem Titel „Am Puls der Vogelwelt“ schlaglichtartig Erkenntnisse und Ergebnisse, die sich in den vergangenen Jahren aus den Beobachtungsdaten ableiten ließen. Diese reichen von der Ankunft der Zugvögel im Frühjahr und Korrelationen mit dem Witterungsverlauf über Beispiele zu Gesangsphänologie und Bruterfolg bis zum herbstlichen Vogelzug. Die jährlich stark variierenden Wanderungen skandinavischer Fichtenkreuzschnäbel, der Durchzug der Kraniche und die Einflüge von Eichelhähern in den vergangenen Jahren zeigten eindrucksvoll das (vielfach noch schlummernde) Potenzial des 60-Millionen-Datenschatzes. Für den Winter wurde das anhand von Auswertungen zum Jungvogelanteil bei Zwergschwänen, Rotmilan-Schlafplätzen sowie Kälteverlusten beim Eisvogel unterstrichen.

Viele der Beispiele des Vortrags entstammen den viermal im Jahr erscheinenden jahreszeitlichen Rückblicken in „Der Falke“, die unter „Publikationen und Auswertungen“ auf ornitho.de als PDFs zur Verfügung stehen.

Nach der Mittagspause startete der zweite Vortragsblock mit einem Vortrag des „ornitho-Vaters“ Gaëtan Delaloye (Biolovision Sarl). In seinem englischsprachigen Beitrag schilderte er den Werdegang von der Beobachtungssammlung einer Jugendgruppe zu einem der weltweit führenden Online-Portale zur Sammlung faunistischer Daten. In großen Teilen Europas werden Vogelbeobachtungen heute über das ornitho-System gesammelt, was internationale Auswertungen erheblich erleichtert.

Die große Bedeutung einer guten internationalen Vernetzung wurde auch im ebenfalls englischsprachigen Vortrag von Gabriel Gargallo (Catalan Institute for Ornithology) auf eindrucksvolle Weise deutlich: Im EuroBirdPortal fließen die Daten aus 29 Ländern Europas zusammen und machen den Vogelzug nahezu in Echtzeit erlebbar. Er verdeutlichte den großen Mehrwert der Eingabe vollständiger Beobachtungslisten und präsentierte die Möglichkeiten des Portals anhand verschiedener Artbeispiele. Die Kombination von Beobachtungs- und Ringfunddaten sowie die Möglichkeit, die Daten in der Vogelgrippe-Forschung einzusetzen, unterstrichen die Breite des Einsatzes der Daten aus dem größten Citizen-Science-Netzwerk in Europa.

Samuel Wechsler (Schweizerische Vogelwarte Sempach) berichtete in einem gemeinsamen Vortrag mit Hans Schmid über die Zusammenarbeit in der „ornitho-Familie“. Deutlich wurden die großen Vorteile der Nutzung des gemeinsamen Systems und des engen Austauschs zwischen den Partnern, wodurch sowohl inhaltlich als auch finanziell Synergien sehr effektiv genutzt werden. Über das Netzwerk der 11 europäischen ornitho-Portale wurden bereits mehr als 230 Millionen Beobachtungen zusammengetragen, die ein enormes Potenzial für wissenschaftliche Auswertungen bieten.

Welche Vorteile die Etablierung einer avifaunistischen Datensammlung mit sich bringen kann, zeigte Patric Lorgé (natur&ëmwelt) am Beispiel von Luxemburg auf. Von Beginn an wurden die Daten von ornitho.lu, dem Partnerportal von ornitho.de, in einen internationalen Kontext gesetzt. Dies führte zu einer Stärkung der Beziehungen mit Ornitholog:innen aus den angrenzenden Regionen. Die Anzahl der Beobachter:innen und der für Auswertungen und Naturschutzfragen zur Verfügung stehenden Vogelbeobachtungen hat sich seit dem Start des Portals ornitho.lu vervielfacht und ist heute nicht mehr wegzudenken.

Am Nachmittag wurde im dritten Vortragsblock der Veranstaltung der Blick vor allem auf die regionale und lokale Ebene gerichtet. Tobias Erik Reiners (Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz) berichtete in einem Vortrag über die Nutzung von ornitho.de in Avifaunistik, Forschung und Vogelschutz. Das Portal hat nicht nur die Datengrundlage von avifaunistischen Jahresberichten enorm vergrößert, es liefert darüber hinaus unverzichtbare Grundlagendaten für Projekte im Vogelschutz. Letzteres wurde anhand von Beispielen zu Rebhuhn, Turteltaube und Grauammer deutlich.

Es folgte ein Beitrag von Thomas Guggemoos (Landesbund für Vogelschutz in Bayern), der die Nutzung von ornitho.de aus Sicht eines Regionalkoordinators präsentierte. Am Beispiel des südlichen Oberbayerns zeigte er, inwiefern die lokale Datenbasis von den Beobachtungsmeldungen auswärtiger Melder:innen profitieren kann. Dabei stellte er deutliche Unterschiede zwischen lokalen Beobachter:innen und „Zugereisten“ heraus, sowohl was die räumliche Abdeckung, die aufgesuchten Lebensräume als auch die Auswahl der gemeldeten Arten angeht.

Die Tagung endete mit einem Vortrag von Florian Carius (Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer) zur Einbindung von ornitho.de in die Öffentlichkeitsarbeit. Der alljährlich im Rahmen der Zugvogeltage ausgerichtete Aviathlon ist ein Wettstreit zwischen Regionen entlang der niedersächsischen Küste, bei dem es darum geht, innerhalb einer Woche möglichst viele Arten zu entdecken. Die Datenmeldung erfolgt seit 2015 über ornitho.de, wodurch eine Ergebnisdarstellung in Echtzeit ermöglicht wird. Um Naturinteressierte ohne vertiefte Kenntnisse über die Vogelwelt im Nationalpark zu informieren, wurden in zahlreichen Gebieten QR-Codes zum Abruf tagesaktueller Vogelbeobachtungen aus ornitho.de installiert. Und seit 2020 lassen sich über ein Informationssystem auf zugvogeltage.de mit Anbindung an das Portal artspezifische Informationen zum zeitlichen und räumlichen Auftreten abfragen.

Danke und „Hoch die Tassen!“

„Schön, dass es ornitho.de gibt“. Mit diesen Worten schloss Thomas Guggemoos seinen Vortrag. Dem ist aus unserer Sicht fast nichts hinzuzufügen ‒ außer einem herzlichen Dank an alle, die zur gelungenen Tagung beigetragen haben und am beeindruckenden Werdegang von ornitho.de beteiligt waren.

Wer tatsächlich die Tasse auf 10 Jahre ornitho.de heben und damit seine Unterstützung für das Portal zum Ausdruck bringen möchte, kann die Jubiläumstasse ‒ inkl. 15 Euro zugunsten von ornitho.de ‒ ab sofort für 30 Euro über bestellung@dda-web.de erwerben. Wer schon ausreichend Tassen im Schrank hat, kann ornitho.de mit einer Spende unterstützen.

Weitere Informationen:

aufgegeben von Christopher König
 
Mittwoch, 20. Oktober 2021
avinews
Einladung zur Online-Tagung „10 Jahre ornitho.de“ am 30. Oktober 2021

Am 30. Oktober 2011 wurde ornitho.de im Rahmen der DDA-Mitgliederversammlung für die Öffentlichkeit freigeschaltet. Die Sammlung von Vogelbeobachtungen hat sich seitdem grundlegend verändert. Für viele Tausend an der Vogelwelt Interessierte ‒ ganz gleich, ob als Beobachterin, als Koordinator oder für Auswertende ‒ ist ornitho.de heute nicht mehr wegzudenken und eine unverzichtbare Datenquelle geworden. In allen Bundesländern ist ornitho.de mittlerweile die Plattform zur Sammlung von Vogelbeobachtungen. Jahresberichte oder Avifaunen basieren zunehmend auf Daten des Portals, und die Meldungen dienen vielfach als wichtige Grundlage im Natur- und Artenschutz. Über 500 Regionalkoordinatorinnen und Artspezialisten sorgen durch laufende Plausibilitätskontrollen für eine hohe Datenqualität, die Steuerungsgruppen auf Bundes- und Länderebene lenken mit viel Umsicht die Geschicke des Portals und bearbeiten eine steigende Zahl an Anträgen auf Nutzung der Daten.

Diese Erfolgsgeschichte verdanken wir einem großen Netzwerk von engagierten Einzelpersonen, Fachgruppen, -gesellschaften und -verbänden, unseren Partnern in den Fachbehörden des Bundes und der Länder, Stiftungen sowie der ornitho-Familie – und allen voran Biolovision, den „Erfindern“ von ornitho.de. Dafür wollen wir „Danke!“ sagen und das Jubiläum gemeinsam feiern.

Anlässlich des Jubiläums von 10 Jahren ornitho.de möchten wir Sie zu einer Online-Tagung am 30. Oktober 2021 ab 10:15 Uhr einladen, bei der in mehreren Vorträgen von der lokalen bis zur internationalen Ebene unterschiedliche Aspekte rund um das Portal beleuchtet werden. Der Werdegang des Portals und schlaglichtartige Ergebnisse und Erkenntnisse auf Basis der Daten gehören ebenso zum Programm wie die internationale Einbindung und der Blick auf die regionale Ebene sowie die Nutzung von ornitho-Daten im Naturschutz und in der Öffentlichkeitsarbeit.

Die Tagung wird als Livestream über das Videoportal YouTube übertragen. Es ist keine Registrierung oder spezielle Software notwendig. Für die Teilnahme wird lediglich ein Endgerät (PC/Laptop/Tablet) mit stabiler Internetverbindung benötigt.

>> Zum Programm der Tagung <<

>> Zum Livestream <<

aufgegeben von Christopher König
 
Montag, 16. August 2021
tipnews
Aufruf: Gezielte Suche nach rastenden Mornellregenpfeifern (Bitte auch Negativkontrollen melden!)

Das Brutgebiet des Mornellregenpfeifers liegt in den Fjällflächen und Tundren von Skandinavien bis Ostsibirien. Während die östliche Population in Vorderasien überwintert, überqueren europäische Brutvögel Zentral- und Südeuropa auf dem Weg nach Nordafrika. Viele Vögel führen dabei vermutlich einen Nonstopzug durch, ein gewisser Teil rastet allerdings regelmäßig an meist traditionellen Rastplätzen. Noch vor wenigen Jahren galt der Mornellregenpfeifer in ganz Deutschland als seltener und unregelmäßiger Durchzügler. Seit Ende der 1990er-Jahre gab es aber durch eine in manchen Gebieten gezielte Suche nach der charismatischen Art einen enormen Erkenntnisgewinn: Zahlreiche bis dahin unbekannte Rastplätze wurden entdeckt und sind mittlerweile fast alljährlich besetzt.

Seit 2011 rufen wir zur gezielten Suche nach Mornellregenpfeifern während des zeitlich eng begrenzten Durchzugfensters von Mitte August bis Mitte September auf. Die zahlreichen Meldungen vor allem über ornitho ergaben den wohl bundesweit bislang besten Überblick über die Rastvorkommen. Dank der Differenzierung vieler Individuen in Alt- und Jungvögel können der jährilche Jungvogelanteil berechnet und so Rückschlüsse auf den Bruterfolg gezogen werden. Die Ergebnisse wurden in den vergangenen Jahren in „Der Falke“ veröffentlicht. Diese Beiträge können Sie hier als pdf herunterladen

Motiviert durch die sehr gute Resonanz der letzten Jahre wollen wir versuchen, auch den Wegzug 2021 möglichst gut zu dokumentieren. Gezielte Hinweise, wie und wo man Mornellregenpfeifer auf dem Herbstzug suchen (und hoffentlich auch finden) kann, finden Sie im Beitrag „Leicht zu übersehen: Herbstrast des Mornellregenpfeifers“ - hier als PDF.

Wann?

Mornellregenpfeifer überqueren Europa auf dem Zug in sehr engen Zeitfenstern. Im Frühjahr zieht die Art in Deutschland in sehr kurzer Zeitspanne und nur geringer Zahl fast ausschließlich im Mai durch, vorjährige Mornells verbleiben wie viele andere Zugvögel meist im Winterquartier. Weit auffälliger ist der Durchzug im Herbst. Hier werden die meisten Individuen im Zeitraum 15. August bis 15. September beobachtet. Einzelne Vögel treten noch bis Oktober auf. Es gilt daher in diesen Wochen ganz gezielt geeignete Habitate zu kontrollieren! Aufgrund des Verhaltens der Vögel sind die Beobachtungsbedingungen am Morgen und Abend am besten. Zu dieser Zeit findet die Nahrungssuche statt, während sich im weiteren Tagesverlauf ruhende, bewegungslose Vögel oft der Entdeckung entziehen. Auch die Chance, gegen Abend abziehende bzw. morgens zur Rast einfallende Tiere oder deren kleinräumige Ortswechsel bei der Suche nach geeigneten Rastflächen zu beobachten, erhöht den Beobachtungserfolg deutlich.

Wo?

Während im Frühjahr vor allem küstennahe Bereiche bevorzugt werden, tauchen Mornellregenpfeifer im Herbst vermehrt an Rastplätzen im Binnenland auf. Bei den Gebieten handelt es sich in der Regel um weithin exponierte, sehr offene und damit an skandinavische Weiten erinnernde Flächen mit kurzer Vegetation. Wurden ursprünglich wohl vor allem Heiden und Brachen aufgesucht, sind heute abgeerntete Felder die Hauptrastplätze. Besonders regelmäßig gelingen Nachweise vor allem auf Ackerflächen auf kargen, windexponierten Hochflächen mit weiter Sicht in Abzugrichtung Süd und Südwest in großräumigen Agrarlandschaften, gerne im oberen Hangbereich an der Südwestflanke kleiner Hügel. Es sollte mindestens ein Stoppelsturz stattgefunden haben, unbearbeitete Getreidestoppeln werden offenbar gemieden. Große Vertikalstrukturen wirken sich negativ aus, wobei Einzelbäume und Erdaufschüttungen toleriert werden. Besonders lohnend kann die Suche direkt nach starken, großräumigen Regenschauern und Gewittern sein, wenn die von der Witterungslage zur „Notrast“ gezwungenen Vögel schnell wieder abziehen und dann besonders auffällig sind. Unter solchen Witterungsbedingungen werden manchmal auch Flächen zur Rast genutzt, die bei guter Witterung keine Beachtung finden, wie z.B. ebene, kleinere Ackerflächen in Waldrandnähe. Die momentan soweit bekannt größten und bedeutendsten Rastplätze für Mornellregenpfeifer in Deutschland sind die nordrhein-westfälische Hellwegbörde im Kreis Soest sowie das Maifeld im Kreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz.

Wie?

Nur selten werden die gerade einmal amsel-großen Mornellregenpfeifer zufällig entdeckt. Erst das genaue Absuchen geeigneter Flächen mit Fernglas oder Spektiv führt in der Regel zum Erfolg. Die Art ist relativ leicht zu bestimmen und kaum mit anderen Arten zu verwechseln (Bestimmungshilfe [ PDF ]). An den Rastplätzen herrscht eine hohe Dynamik, viele Vögel verweilen nur kurz, so dass eine regelmäßige Kontrolle möglicher Rastgebiete mit Angabe des Altersverhältnisses wertvolle Zusatzinformationen zur Anzahl der insgesamt im Gebiet rastenden Vögel liefert. Auch die Kenntnis der Lautäußerungen kann daher hilfreich sein. Beim Abfliegen wird häufig ein trillerndes, für eine Limikole unerwartet tief-melancholisches „pjürrr“ (www.xeno-canto.org/species/Charadrius-morinellus)  geäußert. Mornellregenpfeifer rasten meist in artreinen Trupps, nur selten gemeinsam mit anderen Limikolen (z.B. Goldregenpfeifern). Im Rastgebiet verhalten sie sich in der Regel recht vertraut und verharren selbst auf wenige Meter Abstand. Besonders größere Trupps sind aber mitunter scheu und fliegen schon bei geringen Störungen auf. Wir möchten deshalb noch einmal ausdrücklich darauf hinweisen, dass jegliche Störungen zu vermeiden sind und der allgemeine Verhaltenskodex unbedingt zu beachten ist!

Bei der Meldung von Mornellregenpfeifern bitten wir um möglichst detaillierte Informationen zu:

  • Beobachtungsort (bitte immer punktgenau eingeben)
  • Uhrzeit (im Datumsfeld, z.B. 15.08.2021 12:00)
  • Alter der Vögel (Bestimmungshilfe [ PDF ])
  • Rasthabitat
  • rastend oder ziehend (unter "Präzisierung der Beobachtung")
  • Bitte auch Negativkontrollen melden!
    Wenn geeignet erscheinende oder in den vergangenen Jahren von Mornells aufgesuchte Flächen kontrolliert, aber keine Vögel gefunden wurden, bitte einen Bestand = 0 eintragen. Für die Interpretation der Verbreitungskarte und die Datenauswertung sind 0-Nachweise eine wichtige Information. Bitte geben Sie dabei den groben Zeitaufwand im Bemerkungsfeld an.

Gerne können Sie weitere Angaben (z.B. zum Verhalten) im Bemerkungsfeld machen oder Fotos der Vögel anfügen.

Eine Bestimmungshilfe mit zahlreichen Fotos und Erläuterungen sowie hilfreicher Literatur bietet das folgende [ PDF ].

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Das Team von ornitho.de

 

Foto: C. Höfs.

aufgegeben von Christopher König
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